Ausgabe 
9.5.1769
 
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186 GkflMewochemlich-semeittttötzige Attzetzm

Aus dem Leipziger Intelligenz * Blatt.

Es hat sich nach genauer Untersuchung, und auf verschiedene Arten vorgenommener Prüfung veroffenbaret, daß nichts in der Ergiebigkeit und Abwertung eines beträchtlichen Nuzzens, dem ostindischen Oelbaum gleiche. Dieser kann das wirksame Mittel abgeben, wodurch dem kraftlosen Con- tribuenten von Mangel und Noch abgeholfen, folglich derselbe immerfort in dem Conttibutionsfähigen Stand erhalten werde; immaffen nicht un- dekant ist, daß der arme Landmann seine Prästanda gröftenrheils durch den Verkauf seines erbaueten Getraides und des Nuzzens vom Vieh bezahle, und nach deren Entrichtung nicht viel mehr erübrige, als rr etwan ohne zu borgen oder selbst wieder zu kaufen, bis zur neuen Erndte nochdürftig braucht. Zu dessen Erleichterung hingegen an dem ostindischen Oelbaum, (dessen Saamen in den Händen des imBeraunerCreis auf seinem Suche Konietrz, ohnweit Dobrizsch wohnenden Herrn Ernst Baron von Unwerch sich befindet,) ein wohl vermögendes Mittel vorhanden ist, den ausge­zehrten Contribuenten unter die Arme zu greifen, und zu fortwährender leichterer Berichtigung der schuldigenssandesabgaben und andern Präsiatio- nen , fähig zu machen, Em ganz angesessener zahlet des Jahrs bcy 70 fl. Dieser, wann er zwey Mezzen des vstindischen Oelfamens in rin wvhlge» düngtes Feld aussäet , bat nach eigener im Königreich Böhmen gemachter Probe wenigstens ro. Strich Samen zu hoffen. Ein Strich giebterprobter- maffen ;o Seidel Oel, und wann das Seidel dieses Oelsnurauf das allerge­ringste, mithin pr. 8. kr angeschlagen wird, so betragen 30 Seidel 4 fi. 30 aus- gepreßte überbleibende Oelkuchen das Stük a 2. kr. ist. 30 eingefechsete Bund- Stroh a 1 kr. zokr. folglich dep ganze Nuzzen nur schlecht gerech­net von einem Strich $ fi. z v kr. Nun auf das Confumo, und den Ver­trieb , wann gedachter Saame im ganzen Land gebauet würde, zu gelan­gen. Erstens ergiedt sich vom selbsten, da dieses gepreßte Oel zum Ko­chen, Schmelzen, und Verspeisen gar wohl nüzbar iss; so wird der Bauers­mann das Pfund Butter oder Schmalz a rr kr. oder auch noch höher an­zubringen, und um 8. kr. mit diesem Oel geschmolzen essen können , auf die nämliche Aktes die meisten Profeßionisten , und ansehnliche Bürger machen, auch die Obrigkeiten in ihren Meyerhöfen, Stuttereyen, und an­dern Orten statt des Schmalzes Mit Brennen , das Oel consumiren wür­den. Und da das schlechteste Baumöhl r6kr kostet,'dieses aber, wovon die Rede ist, ebenso, wie eine Kerze, ohne Dampf und Übeln Geruch brennet, mithin sich dessen viele Hauser undKlöster fdtflwm statt des Baum-