Ausgabe 
5.9.1769
 
Einzelbild herunterladen

f.; , 4 und Nachrichten. zrH

hübe-, dism.an durchgängig eingeführt hattesondern eine jede erwählt- vorzüglich einen Hauptschmuck, von dem sie sich schmeichelte, daß er sie am besten kleiden würde. Das Frauenzimmer wird mir djeses hoffentlich auf mein Wort glauben: Alterlhumsherstandige aber werden sich gedul­den, biß mein .gelehrtes Werckvon den Moden der Alten in drey starken Folianten, darinnen ich meine Satze mit mehr als zehntausend Schrift­stellen, und halb so. viel andern Beweisendarthun werde, zum Vorschein kommt. Es ist bereits alles längst fertig : nur hat es bisher an einer Kler- nigkeit, an einemgütigen Verleger gefehlt, der die Kosten des Drucks und der Kupferstiche, womit es geziert seynwird, herschieße, mir eine ansehn­liche Belohnung für meine mühsame Arbeit auszahlen, und großmüthig darüber b'anquerot werden will. Doch vielleicht lasse ich es auf Pränu­meration drucken, und was kann ich mir nicht dabcy von Mserm Frauen­zimmer und denen- ihnen ähnlichen jungen Herrn vor. einen ansehnlichen Vorschuß versprechen?

Wollte man also nachahmen, denn der Nachahmungsgeist ist doch immer der. Hauptzug in dem Charakter der Deutschen, warum macht man es nicht, wie unsre heutige Schriftsteller? Wer ein wenig Belesenheit in den Alten hat, der findet oft in ein?m ziemlich großen Werk nicht einen einzigen Gedanken oder Ausdruck, welcher nicht das Gepräge der Nach­ahmung.an sich trüge ? Wenn er nicht gar ganz gestohlen ist. Warum ahmt man nicht lieber dem galanten schönen des so berühmten Alterthums nach, als einer elenden Hauben Stickerin zu Paris, welche verhungern Mußte, wenn nicht ihr witziger Kopf ein paar abgeschmackte, aber steplich neue Moden auszudencken im Stand wäre?

Wollte sich das vornehme Frauenzmimer an Höfen und in großen Städten mit einander nur in dem einzigen Stück einverstehen, daß keine sich an die andre mehr binden, sondern eine jede /.sich auf eine Art putzen wollte,. die sie vor sich selbst vor gut befände, so würde das Ungereimt-/ und"Abge'schmackte, das der Grundstoff.W den meisten neuen Moden ist, gar bald Abschied nehmen Müssen. Der' Werth' einer Person besteht nicht darinnen, daß tine gerad wie die andre, gekleidet seyn muß. Eine natürliche und angemeßne Kleidung, -em gesunder Verstand , und. eine weltübliche Art zu leben, sind , wenn, ich ein gutes Herz hmzufüge, alles was ein Frauenzimmer nölhig har,, ln einer Gesellschaft mit Anstand zu erscheinen, und vernünftigen Leuten nicht nur zu gefallen, sondern sie auch sogar zu ihrem Vorteil chrjünchmen. Amym hat glle diese Eigenschaften,

N n i .mw