Mesffsche ’1’ wöchentlich- gemkUiMe MD» M Rchrichttn
Sechs und Dreissigstts Stück.
Dienstavts bett rem Sepeembr. 176-. Mit Hochfürst!. Hessen Darmstadtlscher gnädigsten Erlaubnis.
Lieber die Moden.
8As ist keine Mode der Kleidung und des Putzes so wunderlich und r< abgeschmackt welche nicht einigen Personen wohl anstehn, und dm Ö ersten Erfindern derselbigen allenfalls ziemlich gelassen haben möchte. Wenigstens will ich solches zur Ehre des Frauenzimmers, und der großen Geister männlichen Geschlechts, welche man Stutzer nennt, ohne weitere Beweise glauben.
Aber das kann ich nicht glauben, daß es, insonderheit dem schöne» Geschlechte vortheilhaft sei), daß eine jede Mode, sie mag beschaffen seyn, wie sie will, sogleich durchgängig angenommen und allgem-in beliebt wird. So wenig als die Gesinnungen bey allen Menschen einerlei? sind, so wenig ist es auch die Gesichtsbildung und die Gestalt. Was ist begreiflicher, als daß eine Mode eine Person sehr gut kleidet, die eine andre, vor die sie nicht gemacht ist, in ein Gespenst verstellt? Und dennoch laßt das Geschlecht, das so sehr zum Herrschen geneigt ist, sich von dem Eigensinn einer Mode, tyrannisiren, die der gröste Theil oft selbst vor wiedersinnisch und höchst beschwerlich erkennt, ohne sich emmal an dm Gedanken zu wagen, - Nn ' dieses


