144 Giefsische wocheMch^Kmeiststötzige 2lttzetzen ist nicht unglüklich, er ist unbesonnen , er ist rasend, denn er sezztt den Verstand in der wichtigsten Sache bey Seite, und schmiedet sich ein Un- glük mit Vorsaz; der sie aber nicht kennet, und doch ihr Mann wird, ist hüchst unvorsichtig und verdienet kein besser Glük. Aber eine weift Ehe, welche die Vernunft und Klugheit, nicht Eigennuz oder erhizte Leidenschaften schliefen, welchem Glük! Welch eine Himmel entzükkende Freude! Welch eine unerschöpfliche Quelle tausendfacher Wollust der Seele»! Und mit welchem Recht stossen dieses Glük, Den Genuß des reinsten, und dauerhaftesten Vergnügens, den zeitlichen Himmel, eine dauerhafte Liebe, er- ne vernünftige, und zufriedene Ehe diejenigen von sich, die blos aus Eigensinn sich zu einem ehelosen Leben entschliefen, und eine Neigung verabsäumen, ohne die das Herz leicht in einen Hang einer verzehrenden Traurigkeit ausartet. , u ....
Derjenige, dem seine Umstände die Ehe erlauben, oder garbefehlen, und nicht zu derselbigen schreitet, verstehet seine Wolfart nicht, und spottet der sanften Stimme der Natur. Die Freundschaft, so fchazbar sie ihrer Beschaffenheit nach ist, halt uns doch wegen der Liebe nicht schadlos, die sich mit Absichten vereiniget, wo eins für daö andre lebet, arbeitet, crn- pfindet, und sorget; meine Sache ist ihre Sache, mein Ruhm und Ehre ist ihr Ruhm und Ehre. Ein Freund wird durch Zufälle von mir ge- rrennek, aber meine Gattin nicht anders, als durch den Tod. S>e ist allemal bey mir, und ist um meine Ruhe, ich um ihre besorgt, weil sie sich mir selbst zum Eigenthum übergeben hak. Sie wünschet mit mir, und ich empfinde mit ihr; wir freuen uns gemeinschaftlich. Und welche Freude haben Acltern an ihren Kindern! Das ist die lebhafteste und entzukkendeste Freude, die über alles gehet. Wie reichlich werden sie dadurch für Die Mühe der sorgfältigsten Erziehung belohnet! Der Vater auf dem Todes« b-kke segnet das Kind mit eben der Liebe, mit der er. es aus dem Arme fein-r Mutter zuerst empfing. Sich in seinen Kindern fortleben sehen, der Welt nüzliche Bürger, dem Himmel würdige Einwohner erziehen, ist das iridrr der höchste Grad zeitlicher Glükseligkeit? Vielen, die ihr Leben mm. rück mit sich, unzufrieden mit der ganzen Welt verschwenden, und h>)po« chondrifch leben, wird die Ehe eine Last. Viele versäumen sie aus Man. ael grosser R-ichthümer, aber diese glauben , die vornehmste Pflicht und Sorge eines Vaters sey, seinen Kindern Schäzz- zu hinterlassen. O wenn doch diese bedachte«, daß wenn ihre Ehe gesegnet ist, ihre Kinder auch Kind-k des Himmels find! Und müssen dann Kinder SchW von uns er.


