Ausgabe 
2.5.1769
 
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JbfihV und 179

cur die Nvchbürstigsten eine Beysteuer erhalten könnten; so wäre cs doch ein Anfang. Die reichsten Stiftungen sind nicht gleich anfänglich so groß angelegt wvrdeü. Wenigstens wäre es eine Anstalt, woran die gesammte Ritterschaft Antheil nehmen würde, weil auch der Reichste in den Stand der Armuth gerakhen kann. Jmmittelst würde man so viel möglich auf eine kluge Wrrthschaft mit dem ersten Fond bedacht seyn müssen. Zuför­derst müßte das Capital vortkeilhaft und auf die sicherste Art untergchracht, oder durch Ankaufung und Nuzzung eines ansehnlichen und wohlgekegenen Ritterguths, woselbst nach obigem Vorschläge, der Seidenbau nebst dein Manufakturhaufe und dessen Nebenanstallen anzukegen wäre, benuzt wer­den. Mit der Zeit körMe man das ganze Capital durch stärkere Verle­gung der VMüfaktüren, oder auch mittelst eines bey dem ManUftktürhau- se anznlegenden Leihbank, gewinnen lassen. Ueberhaupt aber würde aller Überschieffender Prosit von dem Manufakturhause in die Casse zurükfiiessen. Zu der klugen Wirthschaft mit diesem Aerario gehört weiter die gerechte und vorsichtige Anwendung der Interessen. Arme alte und stechhafte Per­sonen verdienen vor ällch andern den Vorzug. Jüngere und gesunde Per­sonen würden zwar nicht äuszuschlieffen seyn; sie müßten abek hinlänglich erweisen, daß sie nicht allein nicht ihr notdürftiges Auskommen hätten, sondern auch, aller angewandten Mühe ungeachtet, kerne ^anständige Mit­tel und Wege/ sich und die ihrigen zu ernähren, ausfindig machen könn­ten. Mit der Zeit wäre zu hoffen, daß durch Hülfe dieses Aerarii der Pensionistenekak. um ein Großes erleichtert werden könnte. Die Gerechtig­keit erfordert ferner, daß man bey der Vertheilung eme genaue Proportion beobachte, wie viel einem jeden nach seinen Umständen zufliessen müsse. Die Kinder und zwar zuförderst die Söhne, wenn sie gewisse Jahre errei­chet, waren nicht allein in das vorgeschlagene aöehcbe Seminariiim frey aufzunehmen, sondern auch wohl, wenn sie Lust und Fähigkeit zum Stu- diren blikken liessen, mit Stipendiis auf Universitäten zu versehen. Die Fräulein hingegen wären aus dem Aerario zu dotiren. Endlich erhalten überhaupt öffentliche Wohltharen oder milde Stiftungen ihren eigentlichen Werth, nicht sowohl von ihrer Größe und Wichtigkeit, als vielmehr von ihrer Bestimmung Die allgemeinste Bestimmung ist die beste. Mithin find unstreitig dL.'jemgmStiftungen die aller^üzichsten , welche zugleich zum Vortheik des Landesherrn, des ganzen Staats überhaupt, und stinelk Dürftigen Glieder insonderheit gereichen» - a

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