und Nachrichten. »75

Kehler sind- und nicht Erkentmß genug davon haben, sie zu vermeiden, und also alle Fehler, die aus Mangel des Verstandes , und der Erfah­rung Herkommen, können leicht durch Unterricht verbessert werden.- Hier kann die bloße'Strafe nichts helfen, z. E. das Kind greift mit der Hand in die Schüssel, um sich Speise herauszuholen. Dieser Fehler kann oh­ne Strafe verbessert werden. Er entstehet nur aus Mangel 'des-Vustarr- des und der Erfahrung.

Kinder, welche nicht Kraft genug haben einem Fehler zu widerste­hen, wenn sie auch gerne wollen, müssen nicht gestraft werden, z. E. Eme böse Gewohnheit kann ein Kind nicht so leicht überwmden , wenn es sich auch dafür hüM-will. Es muß sie nach und nach überwiüden, und durch andre Mittel dazu tüchtig gemacht werden.

Fchler, M keinen Emfluß auf das Gemüht haben, und aus Ver­seh geschehen, müssen auch nicht gestraft werden. Man muß sie nur war­nen, daß der Fehler nicht oft kommt , und eine Gewohnheit wird. Wie oft werden Kinder gestraft, wenn sie aus Versehen was zerbrechen , oder ei­nen Flek ms Kl rd machen. Die Strafe ist hier sehr unrecht, weil wir ei­nen solchen Fchler auch begehen können.

Hieraus werden f. Regeln geleitet, wenn man nicht strafen soll.

i. Regst Kein Fchler soll das erstemal gestraft werden, ausgenommea bey ganz kleinen Kindern, wo man die Angewöhnung eines Hauptfehlers, als Eigensinn und- Ungehorsam nicht anders verhindern kan - und wem der Fehler so gkos ist, daß ibn M Kind lercht hätte vermeiden können, und daß man ohne Schaden nicht erwarten kan, daß er noch einmal be­gangen werde. -

2. Kmder von guter Art soltm gar nicht bestraft werden. Die Bes­serung kan ohne Dtnfe geschehen,'Mie vorhin gezeigt.

Fchler die vom Verstände, und der Schwachheit Herkommen, sollen nicht gestraft werden ,' ausgenommen, wenn man bemerkt, daß ein Kind-etwas nicht' einsehen wlü , .. .

4. Kein Fehler soll eher gestraft werden, als biß man weiß, daß les in des Kindes ÄZillen stehe, ob es ihn lassen wolle, oder nicht.

y) Ein Fehler aus Versehen, der ohne Einfluß auf dasGemüthkan begangen werden, soll nicht gestraft werden..

So deutlich wie dieser lezke. berühmte Schriftsteller, so, und noch deutlicher hat der zuerstangestchrte die Fchler bezeichnet, diebey den Strafen der Kinder statt finden. Sli haben beyoe zür Verbesserung derselbigen die

<5 - dienlich-