Ausgabe 
26.1.1768
 
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9) Personen die einander geliebt haben, und getrennt worden sind, kommen unversehens zusammen, und sollte solches sogar auf einer unbe­wohnten Insel, oder in den Americanischen Wüsieneyen seyn. Insonder­heit entdecken sich Personen die man bisher vor fremd gehalten hat: und so gar Leute, die eine ziemliche Zeit über vor todt gehalten worden, kommen wieder auf den Schauplatz. Sie erzehlen sich häufig ihr ausgesiandnes Ungemach, wenn solches auch gleich mit der Hauptgeschichte nicht zusam­men hangt: es ist hierzu schon oft genug, wenn zwey Personen zusammen kommen, und eine müßige Stunde übrig haben.

10) Eben so stirbt eine geliebte Person, wie schon im vorhergehenden angemerckt worden, an einer ordentlichen Kranckheit hinweg, wenn sein andrer wunderbarer Weg übrig ist, durch welche man ihrer looswerden kann: und zwar zu einer Zeit, wo es sich der Leser nicht vermuthen kann und wenn der Held des Romans seinem Glück am nächsten zu seyn scheinet. Ein schlimmer Streich ist es wenn zwey Personen einander zärtlich lieben, und es kommt hernach heraus, daß sie so nahe mit einander verbunden sind. Ein Catholik kann noch bey dem Pabst Dispensation haben, aber bey Pro­testanten muß man, wenn kein andrer Unglücksfall geschwind genug zu haben ist, ein hitzig Fieber zur Hand nehmen, um wenigstens die einePer- fon in die Ewigkeit zu schicken.

11) Findet man vor nöthig die Hauptperson einige Zeit zu entfernen, so kan man sie in Kriegsdienste gehn, oder einige Zeit in einer unbekanten Höhle zubringen lassen; das schlimmste vor sie ist , wenn man sie eine zeit­lang ins Gefängniß legt, weil sie doch warten muß , bis man sie wieder heraus läßt.

11) Nach der Regel muß es den Hauptpersonen niemals am Gelde fehlen. Doch kann man sie in Verlegenheit setzen, wenn man einen Be­dienten unversehens mit allem Geld durchgehen läßt. Um ihnen wieder zu Geld zu helfen, muß man entweder eine unversehne Erbschaft, oder allerley Spielkünste insonderheit auf dem Carneval Hülfe nehmen. Geht dieses nicht an, so muß eine vornehme und reiche Dame, insonderheit in Spani­en oder Italien, (denn in Deutschland ist diese Sache sogar wahrschein­lich nicht) einem solchen armen Schelmen ihre Liebe von selbst allenfals auch so daß er ihre Person eigentlich nicht kennen lernt,, antragen, und ehe hierauf wenigstens bis auf einen andern Glücksfall mit Geld versehen.

u) Daß geliebte Personen einander zuweilen untreu Waden, ist auch in Mittel manche Geschichkeauf eine schicklicheM zu endigen. Am schön- D, stm