Ausgabe 
26.1.1768
 
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siens das m«ist« in diesen Buchern |o angelegt und vorgettagen wird, daß es kem Zweifel ist, daß nicht bereits schon manches auf die neniUche Art in der Welt geschchen ist, oder welches hier einerlep ist, allenfalö geschehen kan.

Ein Roman muß zum andern praktisch seyn. Das ist, ich muß den Menschen und die Welt daraus kennen lernen: denn wofür lese ich ihn fonff, wen» lch anders keinen blosen Müßiggänger vorstellen will? In dieser Ab- sicht muffen Charaktere, Schilderungen und -ingestreuke Einfälle nicht uur den Sachen gemäß seyn und am rechten Ort stehen, sondern auch mit der Hauvtabsicht, die ein jeder rechtschafner Skribent haben muß, die Ab, scheulichkeit des^asters und dessen Straffe, eben so wohl als die LiebenS- wurdigknk der Lugend «orÄugcn zu mahlen , übereinstimmen. Und in diesem Stuck ist es unendlich oft versehen worden. Man hat ganhe. eher, die aufnichrs abzielen als den sträslichen Begierden einer unreinen Liebe, dazu wir von Natur ohnedem schon geneigt genug sind, Nahrung zu ver­schaffen. Und selbst einige gute Schriftsteller haben sich bey ihren andern vortreflichen Eigenschaften zuweilen von diesem Pfade entfernt, und Begeben. b°'ten u'i0 Schilderungen mit -ingemischt, die eher verführen, und reinem als Abscheu vor dem Laster erregen. Endlich müssen Romanen äusser dem Reih i es .lusdrucks noch etwas neues und unerwartetes wenigstens in Ansehung der Hauptbegebenheiten haben, wenn er gefallen söll. Es ist freu, lich vieles eine sehr schwere Sache, da fast alle Quellen des wunderbaren und neuen erschöpft find, und dennoch ist nichts verdrieslicher, als wenn man nach Durchlesung einiger Blätter fast mit Gewisheit voraus lagen kann, was folgen und wie die Sachen zuletzt ihren Ausgang nehmen wer. den. In dieser Betrachtung ist es gewiß, daß einen guten Roman zu schreiben «in sehr groses Genie, das sich neue Wege und Aussichten ru er» öfnen weiß, und em erfinderischer Geist erfordert werde. Das einförmige und die Monotonie, die in den Begebenheiten der meisten Romanen herrscht, hat etwas so widriges an sich, daß der Schriftsteller unendliche Schön. Heiken im kleinen, verschwenden muß, Wenner haben will, daß wir sein Buch nicht halb gelesen bey Seite legen sollen. Ich vor mein Theil un« terstehe mich nicht hiervon Regeln zu geben, noch neue Quellen der Erfin. düng anzuwehen: aber ich will den Schlendrian, welchen die Romanen- Schreiber, meistens zu befolgen pflegen, hersetzen, damit man hieraus siebt, was schon unzehliche mahl da g-iyesen ist, und was eben deswegen nicht sonderlich mehr gefallen kann. Es gehöret hieher:

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