Ausgabe 
9.2.1768
 
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urrd Nachn'chten^ 45

Alantwurzel, Lorbeeren, Myrrhen, Rhabarber, Entianwurzel, Wacholderbeeren Aloe, jedes 4 Loch.

Dieses wird zusammen in Honig und Baumöl Zu einem Teich ge- macht, und aus dieses Pillen verfertiget jede zu ? Loch. Dergleichen Pillen muß man zu jeder Zeit vorräthig aufbehalten, sie werden dem Pfer- df folgendergesialt beygebracht: Man macht ein Stück Holz ohngesähr Daumens dicke oben ganz rund, daß das Pferd von keinem Splitter ge­ritzt werde, auf dieses wird die etwas erwärmte und erweichte Pille ganz leichte angesteckt. Nachdem dem Pferde das Maul offen gehalten wird, siecktZ man diese Pille so tief in den Hals , als man dazu kommen kann, welche von dem Holz gar bald abfällt, und von dem Pferde verschlucket wird. Zu Beförderung des Einschluckens halt man des Pferdes Kopf in die Höhe, und drücket zuweilen die Gurgel, bis man merkt, daß die Pil­le verschlungen ist.

Recept des Wurmpulvers.

B. Wohl pulverisirte Krahnaugen, 1 Loch, Antimonium crudum r Loch, Liebstöckel, 1 Loch, Golden Wiederthon, 1 Loch, Englisches Bleyweiß, g Loch,

Dieses alles wird zu einem Pulver gemacht, wovon man dem Pfer­de curative, wenn die Würmer in Bewegung sind, zwey Doses, jede zu 1 Loch in einigen Stunden nach einander geben kann. Präservative wird es aber acht Tage täglich 1 Loch früh in dem ersten Futter gegeben, wor- nach das Pferd eine Stunde fasten muß. Weil aber kranken Pferden die­ses im Futter nicht beygebracht werden kann, so lasset sich diese Specles auch zu Pillen machen, und dem Pferde wie die vorbeschriebene englische Pille am leichtesten eingeben.

Da jedoch manchen Reifenden auf der Straße dergleichen Pserdezu- salle übereilen, wo vorbeschriebene Medicamenta nicht sogleich zu habsnsind, so habe ich auch unterschiedenemale bewährt gefunden, wenn man sogleich einen Trank bereitet, von 4 Löffel guten Cßig, 8 gestossene Pfeffer­körner, 4 Löffel Urin, und eines kleinen HühnereyeS groß frischen Kuhmist, wozu man noch so viel Baumöl nimmt, daß dieses zusammen einen Trank ausmacht, den man dem Pferde, nicht etwa durch die Nasenlöcher, son­dern iy den Hals eingießet, wobey die zwey Adern unter der Zunge, und der dritte Kern zugleich geöffnet werden. Ist dabey der Feibel aufgeschwol, len, so sieht man sich genöthiget denselben auch öffnen zu lassen, womit die meisten Schmiede bekannt find. Nach diesen in -er Geschwindigkeit an-

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