Ausgabe 
5.7.1768
 
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de Alkekn <S ist kein Ungefähr; alle- ist Prüfung, oder Strafe, oder Belohnung, oder Vorsorgen; Schwacher Sterblicher höre auf, über das zu streiten, was du anbeten solltest. Aber, sagte Zadig - wie er Aber sagte, so nahm der Enge! schon seinen Flug nach der zehnten Schare. Zadig betete auf den Knien dis Vorsehung an, und unter­warf sich.

Mein Herr!

Sie haben Recht, daß uns die Geschichte hauptsächlich diesen Nutzen leisten muß: daß sie uns nicht nur zu grosen, löblichen Handlungen reitzet, sondern auch den Muth zur Ausführung ertheilet, wenn der Er­folg manchmal nicht derjenige seyn sollte, den man gehest hat. Ein sol­ches Werk zu unternehmen, das jederman in der Ausführung für vortref- lich, aber auch für unmöglich ansieht; wovon uns die Klügsten abrathen, weil sie nicht glauben, daß welches ungewisse Ziel, das man sich zu erreichen vorgesetzt hat, der Gefahren werth wäre, die uns auf dem Wege drohen; und wo wir von allen, die nicht eine gleiche Zuversicht mit uns haben, verlassen werden - dazu gehört ein ausserordentlicher Mrtth. Und dieser kann, bey grosen Widerwärtigkeiten, durch alle Philosophie nicht erlangt werden, weil oft gar kein Grund zu dem da ist, was wir erlangen wollen; und die Philosophie baut nur auf Gründe. Allein die Geschichte Fan uns denselben geben. Wenn man sich in solchen Umständen Leute vorstellt, die - ben solche unglaubliche und im ersten Anfänge unbegreifliche Dinge doch ausgeführt haben, so läßt mich dieses die Möglichkeit der Sache hoffen , wenn ich es gleich nicht einsehe. Ich glaube alsdann, daß die Vorsehung, die sich schon mehr so geäuffert hat, wenn gar kein Anschein dazu da war, auch sich hier so äussern werde. Ist mein Vorhaben übri­gens gut, so ertheilt dieses den grösten Trost, den standhaften Muth. Dieses muß dem Columbus, die neue Welt zu entdecken , Luehertt, die Reformation zu Stande zu bringen, und Zrarrken, das hällischeWay- senhaus zu errichten geholfen haben.

Nickt jeder -st zwar zu diesen Unternehmungen berufen; und also sollte man denken, daß dieser Nutzen nicht so allgemein wäre. Allein ist denn nicht jeder Mensch Ungkücksfällen, und oft solchen Unglücksfällen ausge­setzt, von denen ihn keine Vernunft hoffen, läßt, jemals befreyt zu

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