Viesffsche wöchentlich- gemUWge Wzelgen und Mchrtchkcn Sieben und Vierzigstes Stuck. Dienstags den 24ten VTovembn 1767.
Mit Hochfürstl. Hessen- Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis'
WWenn sich eine Gesellschaft recht vergnügen will, so muß sie beson- ders darauf acht geben, daß sie ihre Unterredungen nicht zu ein- 685«^ strmig werden laßt. Man wird es leicht müde, man empfindet leicht Verdruß und Langeweile, wenn immer von einerley Dingen geredet wird. Die Munterkeit der Gesellschaft wird gewaltig dadurch gestört, indem der Witz sich bey einer Sache bald erschöpft, und durch das Einförmige gleichsam alle übrigen Zugänge zu guten Einfallen und belustigenden Gesprächen versperrt werden. Wenn eine Speise auch noch so gut ist; so wird der Geschmack davon doch endlich matt und sie wird uns bald eckel- hast werden, wenn wir sie immer kosten sollen. Es scheint mir deswegen eine von den vornehmsten Regeln zu seyn, die ein guter Gesellschafter zu beobachten hat, daß er seine Gesellschaft mit mannigfaltigen Dingen unterhalte und von einem Gegenstand zu dem andern übergehe, um neuen Stoff zu abwechselnden und angenehmen Unterhaltungen zu bekommen, so wie die Bienen von einer Blume zu der andern fliegen, um Honig daraus zu saugen. Hieraus folgt« zugleich, daß die gesellschaftlichen Unterredungen eben nicht nothwendig zusammen hangend seyn müssen. Nein, ihr Jnnhalt kann hinlmekweit von einander unterschieden und doch angenehm und nützlich.sehn. Wir essen in diesem Augenblicke mit
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