rft Sr'eflrscht wSchenttich/AemekMAtzige Attzetzett
Nehmer stytt als die Folgen aller Handlungen, die ausserordentliche Verschiedenheit der Gemüther, kurtz die gantze Moral in einer kleinen Welt zu sehen, in einer Welt, die sich fast jedes halbe Jahr um ihre Axe bewegt? Mit was für einer Hertzhaftigkeit kan ein solcher aus dieser kleinen in die grosse Welt übergehen'? Sichet er hier Leute, die sich der Völlerey und Unmd* sigkeit ergeben; so sieht er auch zugleich die Übeln Folgen, die diese Lebens* Art nach sich zog. Sieht er hier Leute, die sich um keinen Menschen bekümmern, und die das für ihre gröste Wolthat halten, daß ihnen, wie sie glauben, niemand etwas in ihren sittlichen Handlungen zu befehlen habe; so sieht er auch zugleich, wie unleidlich sich ein solcher seinen Vorge- sezten macht und wie schlecht er sich bey denen empfiehlt, die dereinst sein Glück zu befördern haben. - Sieht er hier andere, die ordentlich leben, ihre Collegia fieißig besuchen; und gegen jederman höflich sind; so sieht er nicht, nur zugleich, wie beliebt diese sich machen, und wie sie dadurch den Grund zu ihrem künftigen Glück legen; sondern es ist ihm auch ein leichtes, in ihre Gesellschaft zu gerathen, ihr Freund zu werden. Dann betrachtet er die Universität in einem gantz andern Gesicvksonnkt, und welches himmlische Vergnügen verschaffen ihm alödenn auch seine müssige Stunden!
Kurtz er sieht hier in einem Inbegriff alle Tugenden, Laster, unb Thorheiten der Welt. Er sieht ihre Entstehung. Er sieht ihren Fortgang. Er steht ihr Ende. Dieß nutzt ihm in seinem gantzen Leben, und gewiß mehr, als ein blosses theoretisches Lehrgebäude der Sittenlehre.
Wollte ich nun noch von der vortrcflichen Einrichtung der meisten Academien reden. Wolke ich Sie, meine Herrn, noch von der Höhe unterhalten wozu Vie Wissenschaften durch dergleichen unvergleichliche Einrichtungen gestiegen sind. Wolke ich noch erzählen, wie sehr das bey manchem den Eifer zum studiren vermehret, wenn er sieht daß cd nur allein von ihm abhanget, was vor eine Lebensart er ergreifen wolle; So würde ich die Gmntzen eines Briefs weit überschreiten müssen, ich will also schliessen, und mir nur noch das ausbitten, Sic wollen mir meine kleine Eitelkeit zu gut halten, welche ich bey Betrachtung meines Zustands blicken lasse, dieses eintzige sollte mich wohl noch entschuldigen, daß ich mit demselben zufrieden bin. Ich bin
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