Ausgabe 
11.8.1767
 
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Dörfer, bald Schlösser, kurz alles, was zu einer schönen und entzücken^ den Aussicht gehört. Ich übersähe ein ungeheuer groses Revier, das fo- viele taufend Geschöpfe von meines gleichen und so viele Millionen niedrige­rer Geschöpft belustigen und ernähren muß. Und unter meinen Füssen la- ich den Landmann mit braunem Angesichte und von den Sorgen des Le­bens ermüdet, sein hoffnungsvolles Feld verlassen und langsam nach seiner unbeneideten Hütte eilen, wo er weit sichrer und stiller als mancher König schlaft, und wo die Ruhe/ die den Müden so süße und so treu ist, seine ermatteten Glieder zu neuen Grühseeligkeiten stärkt.

Auf diesen schönen Anblick folgte noch eine unendlich glänzendere Scene. Die Nacht kam heran, und nunmehro verliefen meine Blicke die Erde und wagten sich in ein höheres Revier, Ich sähe Millionen Sterne über meinem Haupte glänzen, wovon ich einige mit Hülfe des Sehrohrs, das mein Freund mitgenommen hatte, in einer anfehnlichm Gröse erblicken konnte. Wenn man nicht eigne Versuche macht, so kann man sich das entzückende Vergnügen gar nicht vorsteüen , das derjenige empßndet, der in der Einsamkeit Betrachtungen über das ganze ungeheu­re grose Weltgebäude und über die unendlich grose Anzahl von Welten an# stellt, die uns am Firma mente gleichsam wie Diamanten zu hängen scheinen, der über die fast unendliche Entfernung einer Welt von der andern nach­denkt , der die Ordnung und die Verhältnisse, worin sie miteinander ste­hen, und die mannigfaltigen Einflüsse, die sie ineinander haben müssen nur Mit einiger Aufmerksamkeit erwäget. W-r geriethen beyde über diese Be­trachtung in ein stummes Erstaunen. Unste Seele betete an, so sehr sic auch' zu befürchten schiene, unter der unendlichen Menge von Geschöpfen überse­hen zu werden,

Doch dreymal grosser GOttl es sind erschafne Seelen

Für deine Thaten viel zu klein;

; Sie sind unendlich gros, und wer sie will erzählen. Muß gleich wie du ohn Ende seyn.

Der einzige Gedanke, daß ein so allmächtiger GOtt nethwendig auch aH* wissend seyn müsse, tröstete uns noch. Ja, ja, rief mein Freund entzü- ckungsvoll aus: Unser GOtt muß allwissendseyn, wie könnte er sonstdie- fe unzähllchen Welten und alles, was darinnen ist, erschaffen haben. Ee sieht uns amtzt ganz unfehlbar. Er sieht ganz gewis, daß wir anitzt -über -ine unaussprechliche Gröse erstaunen und ihn im Staube anbeten. Ob­gleich er, dem der Himmel selbst sein Wesen zu danken hat, eines Wur­

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