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Sehoffen, die vermöge solcher schlechten Eigenschaften ihm seine Tage langweilig machen, oder verbittern wird. Wenn ihr Mädgen doch ein wenig mehr bemüht wäret, euren Verstand aufzuklaren , edle Gesinnungen an* zunehmen, und die Vorurtheile des Pöbels abzulegen! Ihr sollt weder gelehrt seyn, noch scheinen. Aber ich versichere euch, das Lesen guter Bücher hat solche gross Vortheste, daß sich die Folgen deffelbigen so gar bis m das Heurathen erstrecken. Clorinde verstehet dieses alles: aber sie hat darüber die Kunst, die unentbehrliche Kunst, eine Haushaltung zu führen nicht erlernt. Was thut der Mann mit der, artigen Freundin? Sie macht ihm tausend Vergnügen wenn er allein ist: sie bringt ihm Ehre in Gesellschaften. Aber sein gantzes Hauswesen geht zurück: denn die Aufseherin deffelbigen findet nicht für gut Hand oder Fus zu regen. Er wird der Unordnung und des Mangels kaum gewahr, so sieht er ihre andre gute Eigenschaften nicht mehr, und lebt im höchsten Grad misvergnügt. Wird derjenige, der eine solche Person vorher hat kennen lernen, wohl so thöricht seyn, eine Verbindung mit ihr einzugehen und sich ins Unglück zu stürtzen? phyllis ist das beste Mädgen von der Welt, es fehlt ihr an keinen guten Eigenschaften: und vorzüglich besitzt sie ein biegsames und zärtliches Herz, eine seltene aber zu einer vergnügten Ehe sehr nothwendige Tugend. Sa lange sie bey andern Frauenzimmern in Gesellschaft ist, ist sie die artigste Person, aber kaum erblickt sie einen Hut, so ist sie äusser sich. Sie weis sich nicht zu behalten, wenn eine Mannsperson freundlich mit ihr thut: sie ist damit nicht zufrieden : sondern wagt sich immer einen Schritt weiter und bedenckt nicht, daß eine Mannsperson eben dadurch abgeschröckt wird, auf eine ernstliche Verbindung zu gedenken, sondern ihr alle Hochachtung entzieht. Ich will glauben, daß sie es im Grund nicht böse meynt: sie ist nur ein wenig zu. lebhaft, und zu zärtlich, obgleich manche es Unverschämtheit und Mannsucht nennen würden. Es ist aber- doch immer eine gross Unvorsichtigkeit, sich nicht in den gehörigen Schranken der Bescheidenheit, welche däs Frauenzimmer so wohl kleidet, und die selbst Mannspersonen, wenn sie noch so böse Absichten haben zu verlangen pflegen, und so gar Buhlerinnen vortreflich nachzuahmen wissen , halten zu können. Sylvia will mit aller Gewalt einen vornehmen Mann haben. Von ihrem achtzehenden Jahr an hat sie gros gethan, und einem Jeden schon von ferne, ehe er noch die geringste Mine zu einer Heurath gemacht hat, zu verstehen gegeben, daß sie sich unmöglich entschliefen könne, einen Mann 'on einem geringen Rang zu heurachen. Mancher würde sich durch ihre
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