Ausgabe 
8.9.1767
 
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Miesstsche wöchentlich- WWW Ntzelgen Mb Nachrichten Sechs und Dreyssigstes Stück.

Dienstags den 8ten September 1767.

Mit Hochfürstl. Hessen-Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis.

ist in der That ein sehr nützliches Vergnügen, sich zuweilen utt* ter den grosen Häufen zu mischen, viele hundert Menschen in Be- wegung und Verwirrung zu sehen, und Betrachtungen über ihre mannigfaltigen'Handlungen anzustellen, ohne jedoch an ihren Thorheiten Theil zu nehmen. Aus dieser Ursache grenz ich verwichnen Mittwoch auf uvsern Jahrmarkt. Welch eine Menge von Geschöpfen, die alle aufrecht giengen,sah ich hier durch einander kreuzen! Was für eine bewunderungs­würdige Verschiedenheit von Gesichtern! Wie viele Anschläge und Sorgen waren nicht darin ausgedruckt! Welche Emsigkeit und Geschäftig­keit in ihrem Gang, in ihren Minen und in allen ihren Gliedern! Ich sähe be­schnitte und unbeschnittne Juden, christliche und jüdische Frauenzimmer, Bamen, Bürger, Edelleute, Soldaten, Gelehrte, grose und kleine, di­cke und dünne Figuren, schöne und häßliche Gesichter, Leute die Köpfe hatten und Leute, welche die Erlaubnis, Köpfe zu haben, zu misbrauchen schienen, und zum Theil wirklich misbrauchten, ochsenartige, schwemartige und viele andre Menschen, die mit den Neigungen der Tieger, der Füch­se, der Katzen und dergleichen Thieren begabt zu seyn schienen.

Durch dieses Gewimmel von lebendigen Menschengestalten hatte ich mich kaum einige Zeit mit Mühe hindurch gedrängt, als sich meine ermü-

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