Ausgabe 
7.4.1767
 
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WWW wöchentlich- gmeillnWge KlUlgcn Nachrichten Vierzehendes Stuck.

Dienstags den 7teri April. |i?^7»

MitHochfürstl. Hessen- Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis.

Wir theilen unfern Lesern folgenden Brief, so wie wir ihn erhalten haben, ohne die geringste Veränderung mit. Er kommt von einem Frau­enzimmer, dem unsre Leser einige Fehler in der Sprache und der Orthogra­phie nicht gar sehr übel nehmen werden. Einem so vernünftigen Frauen- zimmer wird man poch dergleichen Fehler leicht verzeihen können.

Meine Herrenk

b?ch schätze meine Freunde und Freundinnen bis zur Ausschweifung hoch; hingegen müssen sie mir auch gar oft mutbwillige Streiche V^D verzeihen, die ich Ihnen spiele, wenn ich aufgeräumt bin. So ha­be ich einmahl die geheimnißvolle Willbelmine in Den zärtlichsten Kummer versetzt und Sie endlich noch zuletzt genöthigt mir statt einem Geheimnis zwey anzuvertrauen. Willhelmine hatte lange das Portrait ihres zärtli­chen Freundes, und weder die Welt noch ich sollten wissen, daß sie liebte: das verdroß mich: ein glücklicher Zufall brachte das Bild in meine Ge­walt und ich behielte es einige Tage; Willhelmine war wie leicht zu erach­ten, unruhig, zerstreut und oft zitterte Die zurückgehaltene Tbräne in ihrem Auge. So muthwlllig als ich vorher war, so gerührt und entzückt wurde ich dey den schönen Beweisen der zärtlichsten Bekümmerniß: Willbel-

O Mine