Ausgabe 
26.8.1766
 
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L75

MitHochfürstl. Hessen-Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis

Vier und dreißigstes Stück.

Dienstags den 2 6ten August 1766.

ls der berühmte Thomasius einstmal in seinen Vorlesungen die Lehre von den Temperamenten und der Erforschung der menlchlichen Ge- mürber, geendigt hatte, so kam einer seiner Zuhörer, wie man erzehlt/Zu ihm, und begehrte von ihm zu wissen, was Er selbst für ein Tmt- perament habe, als welches er bisher noch nicht Hütte ausfindig machen können, ob er sich gleich auf das genaueste nach denen in den Vorlesungen angegebenen Regeln geprüft und auszustudiren gesucht Hütte. Thomasius welcher sich nicht unbillig über das Ansinnen eines Menschen wunderte, welcher glaubte sein Lehrer müste ihn besser kennen, als er sich selbsten kannte, antwortete ihm kurtz und gut: Mein Herr, Sie haben das Narren- Temperament.

Wenn man alle diejenige für Narren ansehen wollte, die zuweilen unschickliche Mittel zu ihren Absichten erwählen oder in einem oder dem andern Stück ungereimt handeln, so würde man alle Menschen mit diesem Nahmen beehren müssen. Sie sind nach dem Ausspruch des Despreaujr alle Narren, und es ist ohngeachtet aller Mühe die sie sich geben, klug zu werden, oder wenigstens zu scheinen weiter kein Unterscheid unter ihnen, als daß der eine ein kleiner, der andre aber ein großer Narr ist. Auch die

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teflsche

wöchentlich-

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