344 Giesisihe wöchentlich- gemeittttötzrge Anzeigen

nen mir ein feines Gefühl von Ehre und von Pflicht zu haben: Sie ha» den kein Vermögen, und meine Nichte ist reich. - Genug antwortete ich feurig, Sie zeigen mir meine Pflicht, und mein Unglück. Sie sollen se­hen , wer ich bin.

Ich eilte zu Hause, und in dem Augenblick, da ich mit meinem Va­ter Europa verließ, schrieb ich einen Bries an Julien/ darin ich mein gan­zes Herz und das Unglück entdeckte/ welches uns trennete. Ich sagte ihr, daß ich arm wäre, daß ich aus Europa flöhe, und bat sie, mich zu ver­gessen Denken Sie, wie viel der Brief mich kostete! Ich reifete endlich mit meinem Vater ab. Ich entdeckte ihm unterwegenö meine Meynung, und Der liebenswürdige Greis weinte von neuen über mein Schicksal, Wir kamen in Indien an. Em Nichtswürdiger brachte blos aus Bosheitmich um meine Stelle. Ich geriet!) dadurch in die schrecklichste Armuth. Ich stehete die Menschlichkeit an, ich zeigte die grauen Haare meines Vaters, sein nahes Grab; alle Augen wandten sich weg , alle Herzen verschlossen sich. Ach, die indischen Ungeheuer sind eben so grausam, als die europäi­schen! Es giebt keine Menschlichkeit auf Erden! Endlich nahmen wir in ei­ner Höhle an der Küste unser Zuflucht; auch da quälte das Elend und der Hunger meinen Vater. Ich nährte ihn kaum noch mit Säften ausKräu» rern gepreßt, einige Tage. Er starb. Schmerz, Verzweiflung und Wut gemeisterten sich meiner. Ich stürzte aus der Höhle hervor. Da erblickte ich einen Haufen Indianer, die gegen Europäer fochten. Diese hasse ich am heftigsten, sie, die die besten, die ersten unter Den Menschen feyn wol­len. Sie haben meine Wut gesehen. - Mein Vater starb - am Hun­ger! - Mein Herr, ach! warum retteten Sie mir das Leben; es rst mir unerträglich. Wie kann ich mein Unglück endigen, ohne zu sterben? - Sie sind menschlich - lassen sie mich sterben.

Nein sie sollen nicht sterben, rief Sidney, und umarmte ihn; wür­diger, Sie haben ein empfindend Herz, einen Freund gefunden. Nicht alle Menschen sind Ungeheuer; Sre sollen erfahren, daß es noch Gefühl, Menschenliebe und Zärtlichkeit giebt. Ich will Ihr Vater seyn. Wie heissen Sie,, - Gillr. - Nun mein liebster Güli, Sie sind mein Sohn. - Ach mein Wohlthater, mein Vater, mein Vater ist nicht mehr!,,

Gilli ward besser. Einige Tage nachher sagte Sidney zu ihm: -kommen Sie, ich will Sie mit dem menschlichen Geschlechte aussöhnen. Er führte ihn in ein-nahes Zelt. Welch ein Anblick! Eine unbeschreibliche Scerra Gütz umarmte pa ftinen Vater. Der Greis umarmte wech- l " selsweise