Fünf und Vierzigstes Stück.
Dienstags den ueen Novembr. 1766.
wöchentlich
Mit Hochfürstl. Hessen - Darmstädtlscher gnädigsten Erlaubnis. Emgeschickte Sachen.
Geschichte eines Dineenfasses von ihm selbst beschrieben.
einer von euren Weltweifen behauptet, daß alle Monaden eins Kraft haben, sich die Welt vorzustellm; so werbet ihr Menschen um so weniger zweifeln / daß wir Dintenfaffer, die wir zuletzt aus lauter Monaden zusammengesetzt sind, ein Vermögen haben, die Dinge, die mit uns selbst und auser uns vorgehen, zu bemerken. Wir Dinten- fäffer sind so einfältig nicht, als ihr Menschen es euch vielleicht vorstellt. Wir sind freylich nur um eurentwillen da, allein wir wissen doch Dabei) alles, was ihr mit uns vornehmet. Wir denken, wir sind uns unsrer und eurer bewußt, wir leben so gar in einem gewissen Erstände. Die Sandbüchsen sind unsre Weiber, und haben viel Aehnlichkeit mit den eurigen, welches aber dermalen zu weitläuftig ist, auszuführen. Dieses alles vorausgesetzt wird es nun keinem unter euch Menschen unbegreisiich Vorkommen, daß wir die Gedanken, die wir haben, und die Beobachtungen, die wir machen, mittheilen können. Und wer dieses kann, dem ist Reden und schreiben auch nicht unmöglich. Ja, sagt ihr, einem Dinten- faß ist es doch unmöglich. O ihr elende Menschen! Bedenkt doch, daß noch gar viele Dinge in der Welt vorgehen, die ihr nicht begreifen könnt und sind deswegen doch da. Eure größten Naturforscher wissen ja auch von der Ebbe und Fluch, von der anziehenden Kraft des Magnets, von
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