Ausgabe 
6.5.1766
 
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Wt.

Wnzelgcn

Mit Hochfürstl. Hessen - Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis

wöchentlich

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Achtzehendes Stück.

Dienstags dm 6un tYUt v?66;

Fortsetzung der Beantwortung der Frage: ob es einem Christen erlaubt sey / sich zu weilen zu vergnügen r

KMarf ein Christ auch spielen? Es giebt wenig Moralisten / die das LK7/ Spielen für erlaubt halten und ich halte es selbst für eine erstaunli- che Sütwe, wenn einMensch, wie es oft geschieht, ganze Tage und Nächte mit Spielen zubringt, und sich aus einem so unverzeihlichen Zeit­verderb kein Gewissen macht, wenn er sich in solche Spiele wagt, wo er gross Summen oder wohl gar sein ganzes Vermögen zu verlieren befürchten muß und kurz, wenn er Profession vom Spielen macht. Ein solcher Mensch ist der größte Feind von seiner Zufriedenheit und Glückseeligkeit. Er denkt Tag und Nacht an nichts als an Charten und Würfel,' und ist meisten- theils untreu in seinem Amte. Gewinnt er viel; so wird er ein Verschwen­der ; verliert er viel; so führt er eine Art von Hölle bey sich, die ihn nahe bis zur Verzweiflung treibt. Er ist nicht allein ein Dieb der Zeit, sondern auch des Vermögens eines andern. Und wie vielen schlimmen Folgen setzt er sich nicht dadurch aus? Solche Spiele also, wodurch man sein ganzes Vermögen oder doch einen grosen Theil desselben verlieren oder einen andern in tickes Elend stürzen und sich oder ihn unglücklich machen kann, bleiben v ' S ewig