§48 Gr'eftsche wöchentlich - gemerttttütztze Anzeigett
y, den Vorzug im Geschmack streitet, und Hofnung zum Siege vor kick n stehet, so abgedroschen Zeug zu Markee brmgee rc. rc.
Hier müssen wir ausruhen! Der Period ist ein wenig lang. Dock wir dürfen nicht tadeln, der Herr Verfasser möchte uns sonst gleich lehren, daß die langen Perioden nach dem jetzigen Geschmack in Teurschland etwas neues waren. Er hat uns ja auch gelehrt, daß die Mode, Charaktere in Form eines Briefs einer Wochenschrift einzuverleiben, in diesen aufgeklarten Zerten etwas sehr altes und abgedroschenes sey. Das haben wir noch nicht gewußt. Wieder etwas gelernt! A propos, Herr Aphthonian, Verzeihen feie aber gütigst, daß wir so kühn sind und fragen: haben Sie die moralische Briefe von Dusch noch nicht nennen hören? Sie sind erst vor zwey Jahren gedruckt worden. Die schöne und von allen Kennern gepriesene Wochenschrift, den Greisen/ wovon der neunte Theil in der vorigen Messe herausgekommen ist, werden Sie vermuthlich schon gelesen haben. Wollen Sie sich die Muhe nehmen, Herr Aphthonian, und die Verfasser dieser sonst vortrefiichen Schrift lehren, daß die Mode, Charaktere m Briefen zu bilden/ etwas sehr altes und abgedroschenes sey! Die guten Leute müssen noch kein Wort davon gehöret haben. Und wie sehr bedauren wir den lieben Rabener! Diesem haben Sie doch eine so derbe Ohrfeige gegeben, daß feie sie bey allen Menschen, die nur noch einige Vernunft haben, unmöglich verantworten können. Er muß Ihnen einmal aufde^Fuß getretten haben, oder wie es ist. Es ist uns unbegreiflich Könnten feie es wohl nicht dahin bringen, daß man seine satyrische Brie- ß' diesesalte/ abgedroschene Zeug nicht alle Jahre von neuem aufieqte> Diesen Streich, mein liebster Herr Aphthonian, hatten feie vorher spielen sollen, ehe feie uns armen Leutchen, die wir uns so viele Mühe um unsre Nahrung geben, von dem Markte jagen wollten. Bedenken feie selbst, was für eine sehr geringe Freude feie haben würden, wenn feie uns nun mid) wirklich um unser Stückchen Brod brachten. Mit unserm Unglück kann Ihnen unmöglich gedient seyn. Lassen feie uns doch lieber, wenn die demuthigste Bitte noch Ihren Zorn besänftigen kann, bey unserm alten Schlendrian bleiben. Und wenn feie uns dieses erlauben; so hoffen wir noch manchem in unfern Briefen die Wahrheit ganz frei; heraus zusa- gen. Witt es ihn hernach verdriesen, und will er uns wegen unsrer -Offen- yerzigkeit grimmig ansehen, und aus Rache gegen uns die Fehler nicht ab- „Ä wir ihm zeigen; so sind wir nicht Schuld daran. Wirmeirren es Mit jedem Thoren sehr gut, das können wir Sie aufrichtig ver- fichcrn,


