6z. Giefische wZchetttlrch -- Zemeittttützige Anzeigen
sehr viele wissen nicht, daß dieses schwarze Pulver, wenn eS von ungefchx oder sonst auf das gesundeste Getreid fällt, welches zur Saat gewidmet ist, dasselbe dermassen verdirbt, daß man in der folgenden Ernte nichts anders, als brandichtes Getreid erhält. Diese Entdeckung hat man dem Herrn Tillet, Mitglieds der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu danken. Er hat seine Erfahrungen zu Trianon auf Befehl des Königs wie- Verhohlt, so wohl sich der weitern Ausbreitung und ansteckenden Eigen- schast, als des Hülfsmittels zu versichern, welches dieser Krankheit vorbie- get. Dieses Verwahrungsmittel nun, dessen gute Wirkung offenbar und gewiß ist, wird hier den Lanbwirthen mitgetheilet.
> Wenn das Saamkorn, welches man aussäen will, von aller schwarzen Befleckung rein ist, so darf man dasselbe nur in nachbeschriebener Lauge waschen.
Ist hingegen dieses Korn mit Brand angesteckt, so muß man es zu wiederhohltenmalen im Regen-ober Flußwasser waschen, und es nicht eher - durch die Lauge gehen lassen, bis nichts schwarzes mehr an demselben zu sehen ist.
Zu dieser Lauge nimmt man Asche von Holz, das nicht geflößt worden ist. Davon füllt man eine Bütte bis auf drey viertheile an ; schüttet Wasser darüber so viel als genug seyn wird. Das Wasser zur Lauge, welche für das Getreid bestimmt ist, soll zwo Pinten Pariser Maaß oder vier Pfund Wasser, (eine Giesser Maaße) auf ein Pfund Asche halten. Dieses Verhältmß giebt eine ziemlich starke Lauge. Nachdem sie durchae- seiget worben, muß man sie wärmen, und so viel ungelöschten Kalks darin zergehen lassen, bis baß sie davon milchfarbig wird.
Von ioo. Pfunden Arche und 200. Pinten Wasser (hier hundert Maaße) bekommt man 120. Pinken Lauge, wozu if. Pfund Kalk kommen müssen. Dieses Maaß also zubereiketer Lauge ist genug für so. Scheffel (hier ungesehr 6. Achtel) Getreides. 1
Wenn man nun diese gekochte Lauge brauchen will; so muß man warten , bis ihre Wärme so abgenommen hak, daß man die Händ darin halten kann. Darauf wird bas Getreid, welches vorher gewachen seyn muß, in einen Korb geschüttet, der nicht enge zusammen geflochten und mit rwoen Handhaben versehen ist. Man tauchet denselben einigemal in diese weiße Lauge ein (besser, als wenn man m t dergleichen Lauge bas Getreid besprenget, wie hier herum einige zu thun pflegen), und rühret den Weizen mrt brr Hand oder Mit einem hölzernen Schäufelchen untereinander, damit
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