66 Gresische wöchentliche gemeinnützige Anzeigen

Er bekam hieraufErlaubniß sich dem Throne unsers Beherrschers zu nähern. Man befragte ihn um sein Anliegen, und er antwortete also : * Der Herr der Welt vergebe dem Selaven, den er erhöht hat, wenn Mirza sich erkühnt, die Wohlkhaten des Abbas zu seinen Füssen wie- der nieder zu legen. Du hast mir das Regimen: über ein Land anver- traut, das fruchtbarer ist, als Damafcons Garten; und über eins Stadt, die berühmter ist, als alle andre, nur die einzige ausgenommen, ff welche von dem Glanze deiner Gegenwart bestrahlt wird. Das längste ff Leben des Menschen i|t ein Zeitpunct, der kaum für die Zubereitung zum ff Tode hinlänglich ist. Jedes andre Geschäft ist eitel, und eben so ver- ft geblich, als die Arbeit der Ameisen auf dem Weege des Wandrers, un- ter dessen Füssen sie auf immer dahin sterben. Jedes Vergnügen ist unvollkommen, und verschwindet eben so schnell, als die Farben des Re- genbogens, der in den unruhigem Minuten des Ungewitters am Himmel 9f erscheint. Erlaube mir also, daß ich mich auf die annähernde Ewigkeit vorbereitet Laß mich meine Seele den Betrachtungen übergeben! Laß Einsamkeit und Stille mich mit den Geheimnissen der Religion bekann- ff ter machen Laß mich die Welt vergessen, und von der Welt vergessen werden, bis der Augenblick hereinbricht, in welchem der Vorhang der Ewigkeit niederfallen, und meine Seele vor dem Richterstuhl des All- mächtigen erscheinen wird.

Mirza bückte sich hierauf zur Erde, und schwieg

Bey diesen Worten zitterte Abbas auf seinem Throne, auf dieser Fußbanck, auf der die Welt huldigt. Er sah die Höflinge, die um ihn her stunden, nach einander an. Aber jedes Antlitz war blaß, und jedes Auge auf die Erde geheftet. Niemand öfnete seine Lippen. Der König selbst brach zuerst das Stundenlange Stillschweigen.

Mirza/ sprach er, Schrecken und Zweifel haben mich überfallen. 'Wie ein Mensch, der sich plötzlich an dem Rand eines Abgrunds erblickt, und von einer unwiderstehlichen Macht vorwärts getrieben wird: so bin ich erschrocken. Und doch weiß ich noch nicht, ob meine Gefahr et- ff was wörtliches, oder ob sie ein Traum ist. Ich bin ein Wurm, wie du; mein Leben ist ein Augenblick, und ich habe eine Ewigkeit vor mir, in welcher weder Tage, noch Jahre, noch Zeiten seyn werden ; eine Ewigkeit, auf die ich mich auch vorbereitet haben sollte. Aber, sage mir , von wem sollen sich die Gläubigen leiten lassen? Nur etwa von de- nen die kein Gericht fürchten; -Oder nur von denen deren Le- ,,berr