Ausgabe 
20.8.1765
 
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Mestsche wöchentlich- WMWÜW Knzeigen mb Vachrichten.

Vier und Dreißigstes Stück. Dienstags den sotett August 1765» Mit Hochfürsil. Hessen-Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis.

Folgende Gedanken vorn Fluchen sind ans einer bekannten Wochenschrift genom­men, und werden aufVer.langen eines vornehmen Lesers unsrer Blatter eingeruckt.

SU ch hörte gestern von meinem Fenster einem jungen Menschen zu, wel- /tt cher seinen Unwillen über eine sehr geringe Sache durch ein auffer- ordentliches Fluchen zu erkennen gab. Dieser junge Mensch redete diese Sprache mit einer besonbern Fertigkeit: es waren auch seine Flüche ziemlich nach der neuesten Mode eingerichtet. Bald sah ich einen Blitz aus seinem Munde steigen, auf den der Donner folgte. Bald lies er ei­nen Hagel regnen, und beschwur die Pestilenz, daß sie sogleich eindre- chen sollte. Zu eben der Zeit sah ich so viele tausendmal tausend Teufel aus seinem Halse stiegen, als, meiner Meinung nach, kaum eine einige Hölle, geschweige denn ein einiger Mensch, in sich fasst'» kan. Und was mir das wunderbarste geschienen, so sah ich ganz deutlich, wie diese unzeh- liche Teufelcben, nach einer lächerlichen Bewegung, die sie in der Luft machten, insgesamt wieder in den Mund zurücke gestogen, aus welchem sie durch das Fluchen gestossen worden. Es war gut, daß diese Blitze, Donner und Hagel nur in leeren Worten bestanden, und daß diese ganze Brut der ausgespienen Teufel nicht in der obern Lust geblieben, sondern sogleich an ihren vorigen Ort zurücke gefallen: denn sonst würde ich mein