GLesische wöchettelich- ffeMrttttutzrge Attzergm

Kauf seiner schädlichen Pulver bereden wolte, von einem so wie er, Geld-- huttgerigen Burschen aus dem Französischen im I» i7fo. zu Dreßden, ins Teutsche übersetzt wurde, worinnen er mit vielen Histörchen den Nu­tzen seines Pulvers zu erweisen, und zugleich zu seinem Vortheil alle Grund­sätze der Medicin zerstöhren, und eine erzdumme Theorie und Cur aller Krankheiten bekannt zu machen die Verwegenheit hat. Wann er schon in der Vorrede die Medicin eine dunkele und ungewisse Wissenschaft nennet, so haben seiner Meinung nach bisher alle Aerzte geirret, indem sie das wun­derbare Werk der Natur aus der bestimmten Ordnung gestöhret, denn nach seinem Begriff irret die Natur niemals, niemals ist das Blut Krankheiten unterworfen, die Vollblütigkeit bestehet nur in der Einbildung, also ist auch das Aderlässen überall untauglich, ja schädlich. Gewiß ein seltsamer Fran- zoß! Alle hitzige Fieber, Seitenstechen, Entzündungen, Schlag rc. haben ihre Ursache nicht im Blut, sondern in den verderbten Säften zu suchen. Gleichwie nun ein verdorbener Wein niemals seine Güte wieder erlangt, wann man auch noch so viel abzapft, also helfen auch alle Verminderungen der Safte und Aderlässen nichts, sondern hier muß eine ganz besondere Ärz- ney gebraucht werden, welche denen Pöbelhastdenkenden Liebhabern um so angenehmer sein muß, weil man keine besondere Diät dabey zu beobachten nüthig hat. Diß kostbare Mittel ist nun das Ailhaudische Laxir - Pulver, es führet ab und stärket, es hemmet den Abfluß des Geblüts und beför­dert ihn auch rc. Wer aber diesen Machtsprüchen nur ein wenig nach- denken mag, wird sogleich einsehen, daß der dreuste Pfuscher keiner Wider- legung'wnth seye, und ganz ohne Vernunft redet. Dann wer nur die ge­ringste Kentniß vom menschlichen Cörper hat, der weiß, daß eine jede Krankheit ihre eigene Ursachen hat, daß eine Krankheit von mehr als einer Ursache herkommt, und daß so verschieden die Ursachen sind, so verschie­den auch die Heilungsart sein muß. Tummheit und Verwegenheit legt Aühaud noch mehr an Tag, wenn er in Schlagflüssen seinem Pulver 8 bis io Gran Tartarus Emeticus beyzumischen rathet; ein Apothecker und Barbier r Junge würden diß Brechmittel in so starker Dofi zu geben An­stand nehmen, als wodurch es ein wirkliches Gift und bey dem gesundesten Menschen der Schlag zuwege gebracht werden kann. So verwegen aber Aühaud ist, so ein Erzbetrüger und Lügner ist er, wann er sein Laxir- Pulver als das sicherste Mittel in allen Krankheiten ausgiebt, und zugleich keine Diät von dem Kranken verlanget; wem ist nicht bekannt daß sehr vie­le Krankheiten durchaus keine purgirende Mittel vertragen, sondern die

Krank-