I Giesische wöchentlich - gemekttnützige Anzeigen
tut blos die Fertigkeit der Thiere zu mannigfaltigen Bewegungen und die - dazu bequeme Einrichtung ihres Körpers? Was gehören nicht dazu für Gliedmaßen; welch eme Biegsamkeit und Gelenkigkeit derselben; wie viele Muskeln und Nerven, zu geschweige«, daß alle Knochen und Knorpel des ganzen Körpers darnach angeordnet seyn müssen! Einige bewegm sich langsam, andre geschwind; andre mit zween Füssen ; andre mit mehr Füssen; einige mit Füssen und Flügeln zugleich, andre ohne Füsse und Flügel. Die Geschwindigkeit oder Langsamkeit der Bewegung richtet sich allezeit nach den verschiedenen Bedürfnissen eines jeden Threres. Diejenigen, welche wohl verwahrt und bewafnet sind, und Muth, Witz und Starke genug empfangen' haben, sich gegen ihre Feinde zu vercheidigen, bewegen sich gemeiniglich langsamer, als die, denen es an diesen Waffen fehlet. Der Mensch und das Vieh, deren Umstande einen weiten Raum erfordern, haben eine geschwindere Bewegung mit den dazu nöthigen Werkzeugen; das Gewürme hingegen, welches seine Speise, sein Nest und seinen Aufenthalt nicht weit zu suchen hat, oder sich auch allenthalben einige Zeit ohne Nahrung erhalten kann, braucht weder Füsse noch Flügel und kann sich mit einer krümmenden Bewegung behelfen,. zu welcher aber eine eben so künstliche Einrichtung seines Körpers gehört, als der Bau der Beine und Flügel bey andern Thieren ist. Wer gab den Schlangen und andern Insekten die Kraft, ihren Körper zusammen zu ziehen und auszudeh- nen, sich in Ringe zusammen zu rollen, und sich dann durch einen innem Stoß oder Schwung von einem Ort zum andern zu bewegen, und dadurch die zu ihrer Erhaltung nöthige Beute zu erhaschen? Wer baute die Fische so, daß sie, vermittelst ihrer Blase, nach Belieben in die Höhe und Tiefe fahren können? Wer lehrt die Schnecken ihren Leib zusammen ziehen, und Wasser in sein Gehüus einzulaffcn, wenn sie auf den Boden niedersinken wollen; wer lehrt sie ihn wieder ausdehnen, und das Wasser herausspritzen, um leichter zu werden und wieder in die Höhe zu kommen * Wer lehrt sie, wenn sie in der Höhe sind., sich umwenden, den Saum ihres Körpers auf dem Wasser ausbreiten, oder eine Haut, gleich einem Seegel aufspannen, auf beyden Seiten Arme, stqtt der Ruder, ausstre- cken, und so, wie in einem Schiffe fortzuseegeln? Ist es nicht die unendliche Weisheit ihres Schöpfers? Was für eine Kunst offenbaret sie nicht indem Baue der fliegenden Thiere, ihres Körpers, und besonders ihrer Flügel! Wie geschickt ist ihr ganzer Leib dazu! Vorwärts ist er schmal und spitzig/ die Luft zu durchschneiden, hinterwärts wird er immer völliger und
. ■ • .? '' dicker.


