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ues Herzens und zur Erfüllung meiner Pflichten angewendet, oder hab ich sie auf eine unnütze Art vor dem NachtTische und mit sich- losen Urtheilen Lbcr meinen Nächsten zugebracht, u. s. w.
Achtens- Stelle dir nie die Ausübung der Tugend schwer vor, die Gewohnheit macht alles Leicht. Bedencke zugleich, daß die Ausübung des Lasters mit viel gröseren und mannichfaltigern Schwierigkeiten verknüpft ist. Und wenn es auch anders wäre, so ist doch die Tugend aller Mühe werth.
Anmerkung. Die Lasterhaften wollen meistenthcils ihre Thorheiterr damit entschuldigen und rechtfertigen, daß sie sagen, <6 sey gar zu schwer, tugendhaft zu seyn. Der Einfall kommt mir aber sehr lächerlich vor. Zeigt mir zuerst, ihr Thoren, daß das Laster leichter auszuüben sev ? geweißt mir zuerst, daß die Wünsche der Eitelkeit mit wenigerer Mühe und mit geringerem Schwierigkeiten befriedigt werden können ? Ewig werdet ihr mir diesen Beweis schuldig bleiben müssen. Und gesetzt auch, ihr könntet es beweisen, daß das Laster leichter, als die Tugend, auszuüben seye; so helfen euch diese Entschuldigungen doch nichts. Die unaussprechlichen Belohnungen und die dauerhaften Freuden, womit die Tugend ihre Verehrer ergötzt, sind aller unsrer Arbeiten und Bemühungen unendlich würdiger, als die kurzen vergifteten Freuden , die man im Schoose des Lasters empfindet. Die Tugend belohnt alle Mühe, die man sich ihrentwegen gibt. Soll man sich deswegen sein Leben wirklich rauben lassen, weil es uns einige Mühe kosten würde, es zu erhalten?
Neuntens. Erlaube dir keine einzige sündliche Handlung, sie mag dir so wenig wider das Gesetz zu streiten scheinen, als sie nur will. Sie kann eine fruchtbare Quelle von grosen Vergehungen und vielen Thorheitm werden.
Anmerkung. Eben diese Warnung gibt der vortrefliche und us- sterbliche Gellert/ wenn er sagt:
Auf einmal wird man nie der größte Bösewicht, Den Grund dazu kann man auf einmal legen.
Verletze nur mit Vorsatz eine Pflicht: So hast du schon das schreckliche Vermögen, Wodurch dein Herz die andern bricht.
G i Sehers


