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öfters gestillet worden; es thut auch gute Dienste für die Lungensuchk. Gemeine Leute haben öfters ein halbes bis ganzes Quentl. dieses Pulvers vor Colikfchmerzen mit Nutzen genommen.

Auch ist diese Frucht zeithero von etlichen Weibspersonen vor die aufsteigende Mutter probat befunden worden. Man laßt solche dürre werden, stößt stein einem Mörser, gießt Brantewein drauf, und trinkt von diesem Eptract ein kleines Branteweinsgläsgen voll. Sie können auch noch grün, klar geschnitten oder gerieben, in Brantewein genommen werden.

2. Deren öconomischer Gebrauch: Es können selbige

a) sammt der äusern stachlichten Schäale zur Garmachung der Felle, statt der Gerberlohe gebraucht werden.

b) Sie dienen auch als eine Seife zu leinenen und wollenen Zeuge, sel­biges damit zu waschen. Man schälet die Castanien, reibt sie'auf einem Reibeisen, infundirt sie mit Regen- oder fliesenden Wasser (zu 20 Stück gehören 5 bis 6 Kannen Wasser) wenn sie 10 bis 12 Stunden gelegen, kann man den ausgezogenen Saft, welcher aber beym Gebrauch sehr heiß gemacht werden muß, statt der Seife gebrauchen. Geht der Gebrauch ins Große, so kann man die geschälten und trockenen Castanien mah­len lassen: oder wenn sie noch nicht trocken genug sind, zu einem Teige zerquetschen, der sich denn im Wasser leicht extrahiren läßt.

c) Sie sind auch zur Viehmast dienlich, nachdem man ihre Bitterkeit und herbes Wesen durch Kalkwasser benommen. Man schneidet die ge­schälten Kastanien in 4 Theile, giesset starkes Kalkwaffer darüber, einer Spannen hoch, rühret sie öfters um, nach 48 Stunden werden sie gelbe, man rühret sie wohl um , läßt die Lauge ablaufen, giesset wieder frisch Wasser darauf, rühret es öfters um, und ziehet es sodann wiederab, und continuiret also alle 2.4 Stunden. Vinnen 8 oder 10 Tagen sind sie weiß, und haben alle Bitterkeit verlohren. Denn giesset man alles Wasser ab, und trocknet sie auf einer Horde, giebt sie so, oder läßt sie etliche Stunden kochen, und einen Teig daraus machen, den alles Federvieh gern frißt, sie auch davon ein derbes, weißes Fett, und zartes, wohlschmeckendes Fleisch bekommen. Ochsen, Kühe und Schweine sind eben so damit zu mästen, wenn selbige reif sind, im Back­ofen gedörret, geschält und geschroten werden.

6) Diese Frucht giebt auch ein sehr heilsames Oel in der Distilli- mng, in der Wirkung gleich dem biktern Mandelöl, und zwar ziem­lich