rrs Gieflsthe wZchetttll'ch -- gemenmütztze Anzeigen
„ Nachmittags, wie er in seinem Calender bemerkt hatte, das Glück, in „ einer grafen Versammlung neben dem schönsten Frauenzimmer zu sitzen, r, das ihm einige Artigkeiten sagte. Er war dadurch ganz auserordentlich „ entzückt, und weil er ihr nicht gleich sein empfindungs-volles Herz er- r, öfnen konnte, so unruhig, daß er den Stuhl, worauf er saß, durch die f, öftere unruhige Bewegungen zerbrach. Ais die Gesellschaft aus einan- „ der gieng, begleitete er seine eroberte Schöne nach Hauß: Und bey n dieser Gelegenheit gestund er ihr in den schmachtendsten Ausdrücken, daß ff er sie für einen Engel, und wer weis, wohl gar für eine Göttin ansä. „ he. Das Frauenzimmer, das vermuthlich zu viel Verstand hatte, als „ daß es einen solchen verliebten Gecken nicht noch verliebter machen sollte, ii stellte sich nicht allzu grausam gegen ihn, und machte ihm täglich mehr „ Hvfnungen von ihrer Gunst. Allein ein gewisser Herr, Namens -0. „ wurde vier Wochen hernach sein Nebenbuhler, und diesem gelang es, ff meinem Herrn L. den Braten aus dem Munde zu reissen. Man kann fi sich leicht vorstellen, daß dies der entsetzlichste Streich fenn mußte, der ff der dem verliebten L. konnte gespielt werden. Er hatte auch eine solche n betrübte Wirkung bey ihm, daß er mich noch dauert, wenn ich ihn „ ansehe. Der arme Mensch ! Er geht jetzt wie ein verscheuchtes Huhn „ in der Stadt herum, ganz zerstreuet, und manchmal ohne zu wissen, ob ,, er auf der Welt ist. Wenn er jetzt in Gesellschaften kommt, so seufzt „ er beständig und macht sich dadurch eben so unausstehlich, als ersieh ff ehedem durch seine Geschwätzigkeit machte. Er sitzt beständig in Gedan- ii ken, sieht immer vor sich hin auf einen Fleck, wie ein Mathematikus, f, der den abstraktesten Sätzen nachdenkt; und in diesen Gedanken begeht ff er manchmal die lächerlichste Dinge. Man weiß, daß er sich alle Knöpfe 9f vom Rock abgeschnitten und große Löcher in die Hosen gerissen hat. Den if CaffeeTischen und CaffeeTassen ist er seit einiger Zeit auch sehr gefährlich. „ Die letztere läßt er aus den Händen fallen und die ersteren wirft er um, ft oder beschneidet sie mit seinem FederMesser. Ich war noch neulich mit „ ihm in einer Gesellschaft von Frauenzimmern, wo er seine Jungfer Nach- ii darin auf einmal in seine Arme schloß mit den entsetzlichen Worten: ff iftf will ich sie todt küssen. Es fehlte nicht viel, so wären alle Frauen- „ zrmlwr, die zugegen waren, vor Schrecken in Ohnmacht gesunken. Und ff es war auch in der That fürchterlich anzusehen, wie er das gute Frauen- •i t.immer so unvermuthet anpackte. Eine von meinen Baasen ist würklich ff über ihn krank geworden. Weil er in ihres Vatters Hause wohnt und h er an ihrem Zimmer vorbey gehen mußte, wenn er in dasSeim'ge wette;


