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*4i Giesische wSchmüich, gemcinnAyige Anzeigen
eingenommen , dH sie jeden Augenblick zählte, bis sie in die Gesellschaft der Blaidme kam.
Nichts erwirbt man sich seltner Key Hofe als tugendhafte und erhabene G-sinnuMN. Und ist es dann nicht beynahe unmöglich , bcy unterbrochenen Belustigungen der Pinnen wirklich tugendhaft zu werden? Llandrne besaß bey dem vorkreflichsten Verstände ein niederträchtiges und ungebessertes Herz. Pracht und Eitelkeit und die unruhigen Bemühungen lunger Cavaliere um ihre Gunst, schienen ihr ein weit gröserer Ruhm in fen, als alle Triumphe der Tugend. Sie empfände immer das größte Vergnügen, wenn sie einen hofnungsvollen Jüngling in ihr Netze rieben und unglücklich machen konnte. Wenn ein Verliebter Hosnung hat, er« f)ött ju werdeii, so ist er im Stande, einem einzigen günstigen Blicke seiner Gebieterm fern halbes Vermögen zum Opfer zu bringen. Dies war eme Haupteigenschaft, die derjenige besitzen mußte, welchem Blondine einen Zutntt erlauben sollte. Allein mit diesem Opfer war sie oft nicht einmal zu frieden. Indem sie einen jeden ihrer Anbeter in seiner Hosnung zu erhalten wußte, wußte sie zugleich dadurch die größte Eifersucht unter ihnen zu erwecken. Dies zog die abscheulichste Handlung nach sich. Arin-- dns, der schon die größten Summen ihrentwegen verschwendet hatte, sähe seinen besten Freund als feinen Nebenbuhler an. Wie sehr steuete sich Blondine , als sie dieses gewahr wurde.' Sie beschloß den Freund des Arindos in jeder Gesellschast zu loben, um diesen in seinem Argwohn zu bcstarcken. Dies war dem niederträchtigen Arindos Ursache genug, seinem besten Freunde den Tod zu drohen und ihn bald darauf auf eine meuchelmörderische Art um das Leben zu bringen.
Man denke nicht, daß Blondine durch diese entsetzliche Begebenheit wäre bewogen worden, ihren kriechenden Liebhaber nicht länger mehr in der Ungewisheit zu lassen und sich über ihr Unglück nicht mehr zu er. freuen. Im Gegentheil! die Stelle des Arindos, der um des Morde« willen hatte entfliehen müssen, blieb gar nicht lange unbesetzt, so, daß sie in ihrem dreysigsten Jahre eine ansehnliche Menge unglücklich gewordener und verarmter Liebhaber zählen konnte.
Hier faßte Blondine zum erstenmale den Argwohn, sie möchte sich durch ihre allzugroie Gleichgültigkeit gegen ihre Liebhaber der Gefahr aussetzen, zuletzt ganz verschmäht zu werden. ES glückte ihr aber doch


