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Man sagte ihr, daß sie sie nicht überstehen werde. Sie hörte die An­kündigung ihres Todes unerschrocken an. Ach sagte sie, als sie ihr Ende nicht wert mehr entfernet sah, ach ich soll dich schon verlassen, mein theu- erster ptfoit, dich, den ich über alles irrdische liebte, und unsre beyden unerwachlenen Kinder, die wir nach unserm Muster bilden wollten, euch ihr Geliebte», soll ich schon verlassen ! O du unbegreiflicher. GL)tt I wie unerforjchlich sind deine Wege. Doch ich demüthige mich in tiefem Stau­be vor dir, und gebe dir willig die Güter wieder Mücke, womit du bis- hieher mein Leben gesegnet hast. Ich verlasse sie mit Freuden, diese Welt, die mir nur um meines pifottß willen so theuer war. Aber o verzeih es dem Staube, ich würde sie noch mit gröserer Freudigkeit ver­lassen , wenn ich gewiß versichert wäre, ob auch meine Kinder die Wege zur Glückssiigkeit betretten würden, die ich bisber mit so unaussprechlichem Vergnügen gewandelt habe. Hierauf warf sie noch einen Blick auf Pi­son, druckte ihre Kinder noch einmal an ihre sterbende Brust und ver­schied.

Pison hatte bey dem Tod seiner Gemahlin alle seine Stürcke und die ganze Gröse seines Geistes nöthig, um nicht unter der Last der Schmer­zen zu versincken. Wo würde ich einst Linderung meiner Schmerzen fin­den können, wenn ich nicht, o du Religion meine«; GOttes, zu dir meine Zuflucht nehmen tönte. Ich murre nicht, weil ich mit keinem Rechte ei­nen Anbruch auf irgend ein Gut machen kann. Ich habe ja alles aus Den gütigen Händen des Allmächtigen empfangen, warum sollte ich unzu­frieden seyn, wenn er mir auch mein liebstes auf der Welt wieder nimmt, und nicht einmal auf ewig, sondern nur auf eine kurze Seit wieder nimmt Denn dort wird er sie mir zum ewigen Besitze wieder geben. So be­sprach sich Pison oft mit seinen Kindern um ihnen von Jugend auf grose und erhabene und der Religion und Tugend würdige Gesinnungen einzu­pflanzen. Er erreichte zu seiner größten Freude diesen vortrefllichen End­zweck. Theodor sein Sohn , der sich schon seit dreyzehn Jahren die Weisheitsvollen Lehrenseiner Mutter.ingeprügt hatte, sähe bald ein, daß Re­ligion und Rechtschaffenheit die einzigen Wegezur wahren Glückseligkeit seyen. Deswegen wühlte er sie in allen Stücken zu seinen Führerinnen und machte es zugleich zu seinem liebsten Geschäfte, seme Schwester Clrmene bep jeder Gelegenheit middiesen göttlichen Freundinnen bekannter zu machen. Sei-