und Nachrichten. m
Die Vkelweiberey ist nicht sehr gewöhnlich. Einige wenige Manner haben zwey, orey bis vier Wnber. Vor der Ankunft der Dänen herrschte unter den mehreren Weibern eines Mannes keine Eifersucht. Seit dem man sie aber von dem göttlichen Verbott der Vielweiberei) belehrt hat: so bezeigen die Weiber jedesmal ein groses Mißvergnügen, wann ihr Mann' eine neue Frau nehmen will. Die verheyratheten Personen leben gar nicht keusch. Man hat ein Spiel, darinn die Manner ihre Weiber vertauschen/ ohne daß einer darüber den geringsten Widerwillen bezeigt. Em Mann halt es vor ein Glück/ wenn ein Angetokk, das ist einer von ihren Propheten, seine Frau beschlaft. Er gibt demselben noch dazu eine Belohnung, weil er glaubt, daß das Kind, das seine Frau von dem Ange, kokk bekommen würde, weit glücklicher, als ein anderes seyn werde. Die Mädchen dagegen sind züchtig und schamhaft. Niemals heurathen sich Verwandten brs aus den dritten Grad. Ihre Heurathen sind kein festes und beständiges Werk. Die Männer scheiden sich oft von ihren Weibern, wenn diese keine Kinder gebühren. Haben sie aber Kinder von ihrer Frau- so lcheioet sie nichts als der Tod.
Wenn jemand stirbt, so wird sein Hausgeräthe, Kleider und waS ihm sonst zugehört, auf daS freye Feld geworfen , um sich durch den An- blick dieser Dinge nicht zu verunreinigen. Man beweinet alsdann den Toden auf einem grosen Geheul, eine Stunde lang, und verscharrt ihn in ein Grab, auf welches man einen Steinhaufen setzt. Neben das Grab legt man d.e Dinge, d^ren sich der tode ehemals zur Verschaffung feiner Nahrung bedient hat, als den Kahn, Bogen, Pfeil und andere Sachen. Bey bas Grad einer Weibsperson legt man die Nehnadeln, ihren Fingerhut, u. d. g. Sie glauben, daß einen Tode'n, wenn man ihn zu sehr beweine friere. Stirbt ein Mensch in seinem Haus, so trägt man ihn nicht zur Thure; sondern zum Fenster hinaus. Einem kleinen Kind legt man eine» Hundskopf bey, der ihm, weil es noch keinen Verstand hat, den Weg -um Lande der abgeschiedenen Seelen zeigen soll.
In Ansehung der Religion sind die Grönländer gewisser massen Na- tm'alisten. Doch glauben sie die Unsterblichkeit der Seele. Sie halten die Seele vor ein.Dmg, das dermassen weich anzufühlen sey, daß es unfühlbar scheine, und welches weder Nerven noch Knochen habe. Den Götzen, welchen sie verehren, nennen sie Torttgarsirck, Sie machen sich unter»
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