Uieffsche wöchentlich- MWW WkW unö Nachrichten.
Acht und Vierzigstes Stück.
Dienstags den &7ten ZTl-vembr. 1764* Mit Hochfürstl. Hessen-Darmsiädtischer gnädigsten Erlaubnis.
Beschluß der LobRede auf Hm. Prof. Baumgarten.
r»
s^aumgarten sollte nicht blos der Lehrer angehender Gelehrten, er sollte auch der Lehrer der Welt seyn, und selbst die Enkel sollten noch durch seinen Unterricht weiser werden. Diese Bestimmung zu erfüllen, muste er in öffentlichen Schriften den grosen Geist entdecken, der ihn beseelt«. Ich fürchte Sie zu beleidigen, H. H. wenn ich Ihnen diese ewi- «e Monumente seines Ruhms nur nennen wollte, weil diese Fruchte de« Baumgartischen Tiefsinns keinem Liebhaber der Philosophie unbekannt fron sonnen. Sie selbst wissen, wie sehr sich dieser Mann übenden gemeinen Haufen der elenden Scribenden hinausgeschwungen hat. Er bearbeitete niemals einen Gegenstand, ohne entweder seinen Umfang zu erweitern, oder seine Erkenntnis vollkommner zu machen. Er war viel zu gros, al« daß er die Welk mit solchen Zeugnissen leines FleiseS hätte belustigen solle«, welche die Warheiten, die schon andre Männer unverbesserlich vorgekragen bakten, nur in einer veränderten Gestalt darsteüte. Die Anzahl stiner Schriften ist gering. Aber ihr Gewicht ist desto gröser. ©eine Werke sind msgesammt Meisterstücke des menschlichen Verstandes, und tragen das Gepräge eines Genies an sich, das lieber gänzlich schweigen, al« gar keine neue Warheiten der Prüfung per Welt vorlezen will.
Bl>b Baum-


