wöchentlich- Wtlnnllßtge Knzeigcn mb Vachrichten.
Sechs und zwanzigstes Stück.
Dieustags -en z^tcn mit 1*764»
Mtt Hochfütstl. Hessen - Darmstadtischer gnädigsten Erlaubnis.
Beschluß -er Abhandlung v-rr -er V7sthwendrgkeik -er p-sttrven Gesetze.
»der wo findet man diese Gesinnungen? Mo ist der liebreiche Wohl- thäter des Armen, der grosmüthige Beschützer der Unschuld, der mitleidige Menschenfreund, der jede Thrane des Elends abtrocknet,, niemanden das seimge entzieht, Beleidigungen voll Sanftmuth vergibt, seine Leidenschaften zähmt, und sich überhaupt bemühet, den edelste« Nahmen der Menschen, den Nahmen eines Tugendhaften zu verdienen. Findet man nicht vielmehr sittliche Unordnung gleich einem Ocean über den ganzen Erdboden ausgebreitet > Uiberlaffen nicht die meisten Menschen ihre Seele dem Laster zum Wohnsitze, wo es, wie von einetwThrone über alle ihre Kräfte und Neigungen unumschränkt gebietet. Sind nicht Rachbegierde- Bekrug, Mordsucht, Geiz, Neid, Begierde nach fremden Gütern, Feindschaft, Haß, Unmäsigkeit und die schändlichsten Wollüste, die täglichsten und bekanntesten Laster? In unserm Herzen liegt der Saamen dazu, die Vortheile des Glücks nähren sie, Erziehung und Beyspiele befördern ihren Wachsthum , und Jrrthümer und Vorurtheile schützen sie. Wie kan bey dieser allgemeinen Zerrüttung der edelsten Kräfte unsrer Seele
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