Ausgabe 
25.12.1764
 
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fahl, die Leidenschaften zu besiegen, die Lüste zu kreuzigen, die sinnlichen Diebe zu ersticken. Den Haß und die Verachtung der Welt gedultig zu ertragen, Die Verfluchet zu seegnen, die grausamsten Feinde zu lieben, und für Die Besserung ihrer Verfolger aufrichtige Gebate zum Himmel zu schi, cken. Wie wenig konnte dieser Jnnhalt Die Religion Der Christen bei einer Welt empfehlen, Die völlig verdorben war, die die ruchlosesten Verbrechen ungescheut begierig, und in einer beständigen Trunkenheit in den Strafe» deö Lasters herumtaumelte ?

Aber vielleicht waren mit der Annchmung der christlichen Religion so viel irrDische Vortheile, so viel Ehre, so viel Ansehen verknust, Daß Die er­ste Christen dadurch gereizt werden konten, ihren Gottesdienst aufzugeden, und Den GOtt der Christen zu verehren?

Eine neue Religion, Die Reichthum, Ehre, Macht und Ansehen verspricht, erwirbt sich leicht Verehrer. Sic kennen den Hof, M- H. der diesen Kunstgriff so ost gebraucht, Die Anzahl der päbstlichen Mitglieder zu vermehren, Wie oft ergreift ein jugendlicher Held, Dem seine angcbohrns Religion im Weege steht, ein groser und berühmter FelDHerr zu werden, mit andächtiger Mine Den Rosenkranz, den er so lang verspottete, und Den er auch nachher noch im Stillen verlacht ? Aber diesen Kunstgriff brauch­ten Die Apostel nicht, um den Lehren des ChristenthumS Freunde und Be­kenner zu verschaffen. Wer den Nahmen eines Christen öffentlich führen wolte, Der muste ganz andre Entschliesungen fassen. Er konnte keine Vor­theile hoffen. Er muste alles, was dem Menschen nur schrecklich ist, be­fürchten. War er reich ; er muste sich entfchiWn, seine Güter zu verlieren, und das harte Joch der Armuth zu tragen. Hatte er grose EhrenAemter; er dürfte nicht hoffen sie, als Christ, zu behalten; er war gewiß, seiner EhrenStellen beraubt , und Der Spott und die Verachtung der christlichen Feinde zu werden. Besaß er Freunde; er muste sich entschliefen, als Christ von ihnen gehaßt und verfolgt zu werden. Saß er in dem Schoose der sichersten Ruhe und Der Bequemlichkeit, er muste sich ent- fd)liefen, diese Ruhe mit einer beständigen Angst und Unruhe, feine Sicher­heit mit Den fürchterlichsten Gefahren, seine Bequemlichkeit mit den abscheu­lichsten Martern , und oft Mit der Erdultung des grauem ollsten Todes zu verwechseln. Wer hätte sich einbilden sollen, Daß die Apostel, Die dieses harte Loos der Christen allzeit Denjenigen voraussagten, die sich zur Anneh­mung des Christenthums entschliefen wollten, einen einzigen Nachfolger fin­den würden ? Und doch nahmen ganze Heere von. Juden und Heiden tag-

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