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Da daS Leben der Menschen eine Abwechslung von mannigfaltigen Zufällen ist, da es bald von glücklichen und angenehmen Schicksalen erheitert, bald von trüben und unglücklichen Begebenheiten verdunkelt, vorüber eilt: so erfordert es unsere Ruhe, und unser eigenes Wohl, daß wir im Glück Mässigung, im Unglück Standhaftigkeit und Muth besitzen. Diese Eigenschaften, diese GemüthsRuhe, diese philosophische Gleich- müthigkeit, die durch keine Wiederwärtigkeiten kan ersthüttert werden, verschafft uns die Moral. Der Weise, welcher dem Glück seine Güter ohne kleinmüthig zu werden, zurückgeben kan, uftp sich in seine Tugend hüllt, der wie ein Fels im Unglück sein Haupt erhebt, den die Ruinen einer Welt unerschrocken zerschmettern würden, hat seine Gröse ihren Lehren zu danken.
Betrachten wir uns in der Verbindung mit andern vernünftigen Geschöpfen , so leistet die Moral der menschlichen Glückseligkeit keine geringere Dienste. Die Menschenliebe, die allgemeine Wohlthätigkeit, die Sanft- muth, Dankbarkeit, Billigkeit, Freundlichkeit, Dienstfertigkeit, Höflich- keit, Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit, und das ganze Gefolg gesellschaftlicher und unter sich verbundener Tugenden weichen nicht von ihrer Seite. Sie feuert uns zu allen diesen Tugenden mit starken Gründen an, und zeigt uns die Heßlichkeit des Menschenhaffes, der Grausamkeit, Undankbarkeit, Ungerechtigkeit und aller entgegen gesetzten Laster, mit ihren unseligen Folgen auf die irrdische Wohlfarth. Möchte doch jeder diese Pflichten, weiche die Sittenlehre gebeut, mit allem Ernste ausüben. Wie glücklich würde der Erdboden, welch ein seliger Wohnplaz würde er seyn, wann sich jeder de- mühete die erhabenen Stufen des Menschenfreundes zu besteigen, und den Nahmen eines redlichen, gerechten, wohlthätigen und rechtschaffenen Mannes zu verdienen ! Alles Elend und'alle Plagen, die sich die Menschen selbst unter einander verursachen, würden aufhören; man würde weder das Seufzen des Niedrigen über die Ungerechtigkeit des Grosen, nod) die Klage des Grosen über den Ungehorsam des Geringer« hören. Kein Nero, kein Domitian würden das Wohl seiner Bürger, seinen tobenden Begierden auf- opfern. Keine Thränen des Elends würde man fliesen sehen. Der Neid, die Grausamkeit und Unbarmherzigkeit würden unbekannt seyn, weil die Menschen durch die sanften Bande einer allgemeinen Liebe^ auf das genaueste vereinigt seyn würden. Eine ungestörte Ruhe und Sicherheit würden überall herrschen, und der Krieg dieses Ungeheuer, das allein tausendfache Plagen auf die Erde sendet, würde unbekannt seyn.
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