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„ nen Neigungen überlassen zu können. Allem er mußte ihn bald verlassen, „ weil er einigen Frauenzimmern vom Stande die Ehre geraubt hatte. Dar- „ auf nahm er seine Zuflucht zum Soldaten Leben und gieng unter Tmp- „ pen, wo niemand etwas von seinen Ausschweifungen wußte. Auch hier ,, hieng er noch immer seinen wollüstigen Gesinnungen nach. Und nichts- „ destoweniger stunde er bey jedermann in grosem Ansehen. Er war in dem
Umgang der angenehmste und gesttteste. Sein Herz war wirklich lasterhaft; allein er wußte es unter der Mine eines Tugendhaften recht geschickt zu verbergen. Es gieng ihm, wie allen seinen Nachfolgern m diesem Stücke. Sie bedienen sich des Glanzes der Tugend, um es sich auf den Wegen zum Laster helle zu machen, ohne jedoch ihren Stralen einen Zugang zu ihren finstern Herzen zu erlauben Dieses sträfliche Mittel wendete er insbesondere dazumal an als er Climenen, das tugendhafteste und liebenswürdigste Frauenzimmer unglücklich machte. Wie? Climene hat er unglücklich gemacht, rief Abd-n erstaunt und ahndungsvoll aus! Welche Climene-' Sie war die Tochter des vornehmsten und rechtschaffensten Mannes in meinem Vatterlande, fuhr der Gefangene fort. Ihr „ Vatter liebte sie so sehr, daß er aus Gram über ihr Unglück sein Sebert n verlohr. „ Bey diesen Worten rollten schon Die Thranen von den Wangen des Abddns herab. Er ließ aber doch der Gesellschaft seine Bestürzung nicht merken. Der Gefangene fuhr fort: „ Als er seinen unverantwortlichen Endzweck bey Llimenen erreicht hatte, mußte er entfliehen, und von der Stunde an verfolgte ihm die Rache des Himmels auf allen seinen Tritten. Ach wie selten macht sich doch der Mensch die schönsten Gelegenheiten zu seiner Besserung zu Nutze! Anstatt daß er diesen Fehler hatte bereuen und in sich gehen sollen, wurde er immer noch boshafter. Er fiel aus einer Ausschweifung in die andere. Und als er endlich sein ganzes Vermögen verschwendet, und noch gross Schulden dabey gemacht hatte, wurde er als ein Nichtswürdiger von seinem Regiments gejagt. Hier Fönte die Verzweiflung ohnmöglich ausblelben. Von allen seinen Anverwandten gehaßt, und ohne ein andres Wittel zu sehen, sem Leben durchzubringen, faßte er den Entschluß, sich vom Strasenraube zu ernähren. Ich hatte kurz darauf, als er seinen Abschied erhalten hatte, das Unglück, einen von meinen Freunden im Duelle zu rödten. Ich mußte mich durch die Flucht zu retten suchen, und glaubte in dem Walde, wo wir sie angegriffen haben, vor allen Nachstellungen sicher zu seyn. Aber zu meinem noch grössten Unglücke traf ich meinen Freund daselbsten an.
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