56 Giesische wöchemlrch -gemeittttütztze Anzeigen vielen unrichtigen Nachrichten unterworfen gewesen ist. Wir wollen un­fern Lesern aus dieser angezeigten lehrreichen Quelle, eine ganz kurze Nach­richt von der Kayserswerthischen zu Wezlar anhängig gewesenen Rechts- Sache versprochnermassen diesmal liefern.

Kayserswerth, so auf Lateinisch Caefaris Verda, Infbla Rheni, Infiila Cuniberti, auch InCula Suiberti benähmet ist, soll von der Piedtrud, des Königs Pipini Gemahlin, mit dessen Einwilligung an den heil. Suibertum verliehen, daselbst anfänglich ein Closter gestiftet, hernach aber mit vielen Häusern und Einwohnern vermehret, daß daher eine grosse Stadt entstan­den, welche Augia Caefarca benähmet, und von Kayser Henrico II. dem Pfalzgrafen Ezo oder Ehrenrfied erblich geschenkt, von dessen Sohn Otto 111. aber den Kayser Henrico III. in an. 1035. wieder übergeben worden styn soll. 1249 wurde es von Kayser Wilhelmo Bat. erobert. Dieser Kayser ließ den damaligen Burggrafen Gernandum zu Kayserswerth bey sei­ner Burggrafschaft, und dieser trug Kayserswerth 1272. dem Erzstift Cölln $u Lehen auf. 1273- soll Kayser Rudolphus dem Erzbischoffen zu Cölln Engelbrecht Kayserswerth quoad vixerit, und nur fiduciarie zu admini- flriren übertragen haben. 1287. soll eben dieser Kayser dem Henrico Gra­fen von Sponheim die Venvaltung von Kayserswerth ausgetragen haben, vor welchem Graf Johann zn Sayn die Verwaltung gehabt hat. Kayser Adol­phus NaHbuicus ertheilte an. 1293. dem ErzbischoffSiegfried zu Cölln die Erlaubniß Kayserswerth von gedachten Grasen zu Sponheim gegen <$ooo Mark Pfandschilling einzulösen. Eben dieser Erzbischof Siegfried soll noch auf Kayserswerth eine Summe von 36000 Mark Sterlinge angeliehen ha­ben , wegen welcher Gelder Kayser Albertus Kayserswerth an Cölln cum pertinentiis & reditibus, referuata factiIr. rehiendi übertragen haben soll. Indessen kam das Erzstift Cölln nicht alsobald, sondern erst nachdem vor­her verschiedene Hindernisse aus dem Wege geräumet worden, zum Besitz von Kayserswerth, und es mußte solches an. - 302 schon wieder ganz frey an Kayser Albertum abtretten. Dieser Kayser verpfändete Kaysersw. an. 1306. an den Grafen Gerhard von Gülich. Kayser Ludouicus Bav. verpfändete es aufs neue gegen ein anderweitiges Anlehn an eben dieses Haus, und Kay­ser Carolus IV. besichtigte die Pfandschaft an. 1348. Von solcher Zeit an hat das Haus Gülich Kayserswerth benutzt, und darüber difponirt. An. 13^8. übergab dieses Haus Kayserswerth dem Pfalzgrafen Ruperto IL Herzogen in Bayern re. gegen eine Summe pyn nwift Florenz, oder viel-