wöchentlich«

gemeinnüßtze Snwn Nachrichten.

Fünf und zwanzigstes Stück.

Dienstags den iptett Juntt 1764*

Mit Hachfürstl. Hessen - Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis.

Abhandlung von der k^Hthwendigkeit posttt'ver Gsstrze.

fg^ine gelinge Aufmerksamkeit auf unsre Handlungen/ und die Folgen/ £< die der Urheber der Natur unzertrennlich mit ihnen verbunden hat, kan uns von ihrer inneren Sittlichkeit/ und ihrem so sehr unterschie­denen Verhaltniß zu unsrer Wohlfarth hinlänglich überzeugen. Ein unü­berwindliches Verlangen nach Glückseeligkeit ist der erste und vornehmste Trieb unsrer Seele. Er ist der Grund aller unsrer übrigen Neigungen aller unsrer Entschlüsse und Unternehmungen. Ihn empfindet jeder Sterb» liche; der unwissendeste Wilde eben schsehr/ als der tiefoenk.endste Weise; dee ' Sclav der Sinnlichkeit und des Lasters sowohl/ als der Verehrer der Ver^ nunft und Rechtschaffenheit; das Kind, bey dem sich nur noch die dunkle« Spuren der Vernunft zeigen so wohl / als der Erwachsene / dessen See- ienkrafte schon auf höhere Stufen gelanget sind. Aber die wohl oder übekgewckhlte Mittel ihn zu befriedigen bringen die verschiedene moralische Beschaffenheit unserer Handlungen herfür. Nächst ihm ist eine Begierde nach dem Wohl andrer vernünftigen Geschöpfe in unsre Seele gelegt/ eine Nei­gung zu der Uibereinstimmung, Ordnung und Vollkommenheit in den Wir­kungen denkenden und freyhandelnder Wesen. Sie wirkt Zufriedenheit und

Vb frohe