Mteßsche wöchentlich-
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Neun und zwanzigstes Stück.
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Mit Hochfürstl. Hessen-Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis.
Gedanken über die Wahl der Zreunde.
Moralisten sagen uns viel von der Wahl unsrer Freunde. Sie ÖlJ zeigen uns, wie nothwenvig diese Wahl sey, indem sie den grosen Ansiuß entdecken, den Freundschaften auf unsre Glückseligkeit und Unglückseligkeit haben. Sie geben auch wohl einige allgemeine Regeln, welche man zu beobachten hat, wenn man einen Freund wählen will; aber sie lassen sich nicht auf die besondere Stande und Arten der Menschen ein; sie zeigen nicht, wie die Freunde einer jeden Person beschaffen seyn müssen. Daher sind ihre Vorschriften oft so beschaffen, daß derjenige, der sie anwenden wollte eben den Endzweck verfehlen würde, um dessen willen er sich einen Freund aufsucht. Sie geben uns ungefähr überhaupt diesen Begriff, daß ein Freund ein ehrlicher Mann, tugendhaft, zärtlich, verständig, und so weiter seyn solle. Man kommt gut an, wenn man ihrem Rath folgt! Ein Politicus versuche es einmal und wähle sich einen solchen Freund. Keine acht Tage werden sie zusammen gut thun. Wir wagen es daher, und setzen auseinander, worauf jede Art von Menschen eigentlich zu sehen hat, wenn sie sich einen Freund wählt. Erschöpfen werden
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