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Es scheinet nicht, daß das leichte Land eben so vieles Bauen erfordere, als das starke; und dieses ist wahr: aber man hat nicht zu befürchten- daß, tr^nn man es ost umwende und seine Theile an die Sonne bringe, es seine Kraft vermehre. Die Sonne entziehet der Erde nur die Feuchtigkeit, wel­che ihr der erste Regen wieder giebt, und nicht die Säfte, welche den Wanzen zur Nahrung dienern Kurz, die Erfahrung lehret es, daß es dem leichten Lande vortrüglicher sey, wenn es ost gebauet wird; es mag nun seyn, daß durch das Zerreiben und umkehren seiner Theile es mehr in den Standgesetztwerde, die Feuchtigkeit vom Regen und Thaue anzuneh- men, von der Wirkung der Luft den Vortheil zu ziehen, von den Son­nenstrahlen durchdrungen zu werden; oder daß die Innern Oeffnungen zu Ausbreitung der Wurzeln bequemer gemacht werden; oder weil das öftere Bauen das Unkraut vertilget, welches in gewissem starken oder leichten Erd­reiche sehr häufig hervorschiessck, zumal wenn man Mst, der nicht recht verfault gewesen ist, darauf gebracht hat.

Damit wir dasjenige, was wir in Ansehung des leichten Landes be­hauptet haben, durch eine Erfahrung beweisen; so wollen wir setzen, daß man die Hülste eines Ackers nur schlecht pflüge; die andere Helfte aber recht gut und vielmal ackere. Pflüget man einige Zeit hernach den ganzen Acker bey trockenem Wetter von neuem und solchergestalt, daß die Furchen die vorhergemachte quer durchschneiden; so wird man sehen können, daß die Erde von dem Theile des Ackers , der gut gepflüget worden, brauner seyn wird, als von der andern Hülste, die man schlecht geackert hat. Dieses zeiget den Nutzen an, welchen die Erde von dem Pflügen erhalten hat.

Ein Mayer des Präsidenten von Montesquieu, hatte in seiner Maye- rey beyClairac eine sehr reiche Mais- oder türkische Kornernte, da alle seine Nachbarn eine gar geringe erhielten. Als ihn der Herr Präsident gefragt hatte; wie es ihm möglich gewesen, sich einen so besondern Vortheil zu ver­schaffen; so antwortete ihm der Mayer, daß er sein Land von der Saatzeit an bis zur Ernte eilfmal behacket habe. Durch dieses öftere Hacken war seinem Lande aller Regen, Thau, Nebel u. s. w. zu statten gekommen; da hingegen das Land seiner Nachbarn keinen Vortheil davon wegen einer tro­ckenen und harten Krujte, welche sich darauf setzet, wenn man es nicht be­arbeitet, gehabt hatte.

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