*** Gl'estsche wöchemlich -- Zemeümützige Anzeigen

setzung würdig. Es kömmt, nnch feiner Meinung, bey dcm Landbaue vornehmlich darauf an, daß die Erde in kleine Stücke zertheilet werde. Eine solche Zertheilung, setzet er, könne auf zweyerley Art geschehen, entweder wenn man die Erdtheile natürlicher Weise zum Gähren bringe, welche Wirkung die Vermischung des Mistes mit der Erde khue; oder, wenn man dieselbe durch Werkzeuge zerstücke, welches durch alles Bauen bewerkstelliget wer­de. Von den Vortheilen des letztem schreibt er also:

n Es ist oft vortheilhafter , die Fruchtbarkeit der Erde durch das Bauen, als durch das Düngen zu vermehren; i) weil man sich gemei­niglich nur einen gewissen Vorrat!) von Mist verschaffen Fan, indem die Ernte von zwanzig Morgen kaum hinreichet, fünf oder sechs von derselben zu düngen; da man hingegen die Erdtheile fast in unendlich kleine Stück­chen theilen und wieder zertheilen kan. Die Hülfe also, die man vom Miste erlanget, ist eingeschränkt; von den Vortheilen aber, die das Bauen zuwe­ge bringen kan, stehet man feine Gränzen.

2.) Die meiste Pflanzen, die man in dem Miste ziehet, haben niemals einen so angenehmen Geschmack, als diejenigen, welche in einer guten Erde, die NM mittelmäsig gedünget ist, wachsen. Diesen Unterschied beobachtet man täglich in unfern Küchen - und -Obstgärten. Um die grose Städte, wo der Dünger überflüssig ist, sind die Küchengewächse und das Obst sel­ten sb gut, als in den Gärten auf dem Lande, wo man mit dem Miste- nicht verschwenderisch umgehen kan. Das Getraid, welches auf sehr stark gedüngten Aeckern gewachsen ist, giebt viel Kleyen und wenig ftinesMehl; es ist auch schwerer zu erhalten, und die Pferde, welche einen zarten Ge­schmack haben, wollen den Hafer, der von Aeckern, die man mit zu Staub gewordenen Menschenkothe bestreuet hat, geerntet worden, nicht fressen. Nichts aber ist so sehr merklich, als der Unterschied zwischen einem Weine, der in einem ungedüngeteu und der in einem stark gedüngeten Weinberge gewachsen ist,

j) Der Mist, welcher durch die Gährung wirken kan, verursachet zwar eine innere Trennung der Erdtheile, welche sowohl, als die Kraft,die er nntchellet, sehr nützlich seyn muß: aber der Pflug theilet nicht allein die Erde von einander, sondern bringet sie auch von einer Stelle zur andern, und wendet sie um» Was dem Einflüsse der Luft und des Thaues ausqe- M W> kömmt an den Platz desjenigen, das unten aus der Erde auf die

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