rr Greflsche wöchentliche gemeinnützige Anzeigen und eine Zufriedenheit mit den unwandelbaren Gesetzen seiner Regierung, welche keine Wiederwattigkeiten zu stöhren vermögend sind.

Schon habe ich die Würde der Sittenlehre in einem hell n Lichte gezeigt, aber ich will mich bemühen sie vollends in ihrem ganzen göttlichen Glanz darzustellen.

Eintt von ihren vorzüglichsten Vortheilen bestehet darinn, daß sie uns von der Sclaverey unserer unordentlichen Leidenschaften und Begierden be# sreyet. Wer empfunden hat, welche Zerrüttung diese tyrannische Beherr­scher in unserer Seele anrichten können, mit welch.n Plagen sie die Ruhr des Menschen stöhren, der sich ihnen überlaßt, der wird die Freyheit und Unabhängigkeit von denselben für ein höchst unschätzbares Gut erkennen müssen. Wie oft hat der ^tolz, der Geiz oder die Wollust, nicht nur einzelne Menschen, sondern ganze Nationen, in den gänzlichen Untergang gestürzt. Was waren die unglücklichen Ursachen die jenes majestätische Rom von seiner Höhe herabstürzten als eben diese unbändige Leidenschaften, Stolz, Geiz, Wollust und Uneinigkeit der Grosen? Wie gros wird also der Nutzen, den uns die Sittenlehre verschafft seyn müssen, werm sie uns dem Joche der tobenden Begierden entreißt, und die -Hitze der Leidenschaf­ten dampfen lehrt!

Betrachtet nur den grosen Mann den ihre Lehren gebildet haben Er hält die Wollüste, die den Menschen so weit zu den Thieren hin­abstossen , der Ehre seines Wesens und dem Adel seiner Natur zu unwür­dig, als daß er sich ihnen zum dienstbaren Sclaven überlassen sollte. Er genießt höhere und reinere Freuden als die nichtige und oft theuer erkaufte Freuden des Lasterhaften sind. Wann dem Wollüstling für seinen gewohn­ten Ergötzlichkeiten cckelt, wann er den Uiberdruß mit aller angewandten Mühe nicht vermeiden kan: So ist die Seele desWeiscn voll von einer sanften und stillen Freude, die ihn niemals verläßt. Seine Vergnügungen sind so rein und dauerhaft, daß er ihrer nie überdrüssig wird, daß er sie vielmehr immer desto lebhafter empfindet, je langer er ihrer gewohnt wird.

(Die Fortsetzung folgt künftig)

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