Ausgabe 
11.12.1764
 
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z-2 Giesische wöchmvlrch^ gemornnZtzige Attzergon

Kion, die das Laster zu stürzen, und die Tugend zu erheben gebietet; die unver­nünftige Schaam, vor den Augen der Welt ihre Jrrthümer und ihre Beleh­rung zu bekennen I diese und noch mehrere Ursachen machen mir die Blind­heit bald begreiflich, mit welcher diese frevelhafte Spötter den Glanz der Gottheit anstarren konten, der über den Glauben der Christen ausgebreitet ist. Aber daß ein Lollms, ein Bolmgbrocke/ ein Gchafrsbury, ein Hume ; daß diese gewissermasen verehrungswürdige Männer, die zu ei­ner ausgebreiteten und tiefsinnigen Gelehrsamkeit, wenigstens vor den Au­gen der Welt, einen edlen, ruhmwürdigen und untadelhalten Lebenswan­del gesellten ; daß diese glückliche Genies, die den beneidenswürdigsten Ruhm durch die unsterblichste Denkmale ihrer erhabnen Einsichten bei jeder Nachwelt schon verdient hatten: ehe sie ihn durch unerhebliche Zweifel gegen die Göttlichkeit des Christenkhums wieder verdunkelten; daß diese Män­ner, die die Lehren menschlicher Wissenschaften so unpartheyisch prüften, doch das Siegel der Wahrheit nicht erkennen wolten, mit welchem der christliche Glaube bewährt ist ; das zu erklären, erfordert mehr Nachsin- nen, erfordert noch andere Gründe, als die ich vorhin genennt habe. Söl­ten etwa die Beweise, auf welche der Christ die Göttlichkeit seiner Religion gründet, nicht stark, nicht überzeugend genug seyn? Diese Fragest habe ich oft an mich gethan, wann ich mir die Zweifelsucht dieser berühmten Ge­lehrten erklären wollte. Aber ich habe immer zur vollkommensten Beruhi­gung meines Herzens erkannt, daß diese Beweise so wenig geschickt sind, Zweifel zu erregen , daß sie vielmehr alle Quellen zu einem gegründeten Mißtrauen völlig verstopfen. Die Grundvesien, auf welche die christ­lichen Theologen die Göttlichkeit der Heil. Schrift bauen, sind durch die scheinbarsten Zweifel, womit sie der Unglaube zu untergraben krachtet, noch nicht erschüttert worden. Und es ist auch keinesweges möglich, sie zu er­schüttern. Mann müste die unleugbarsten Grundsätze der Vernunft und Erfahrung, man müste die vollkommenste und unwider'prechlichste Zeugnis­se, mann müste das Daseyn von tausend Dingen erst leugnen, wenn man die Wahrheit der christlichen Religion nur mit einigem Scheine derWahr- sch.'inlichkeit leugnen wollte. Wenn es auf die Erfindung künstlichen So- phistereyen ankäme: so liefen sich vielleicht noch ScheinGründe aufbringen, die mir das Daseyn meines Körpers zweifelhaft machten. Aber kein H5cr« <fde?/ kein Bayle / kein Hume wird Sophistereyen schmieden können, durch welche er im Stande wäre, einen Christen zu berücken, der dks Be­weise vor die Göttlichkeit seiner Religion aufmerksam durchgedacht hat.

Erlau-