zr4 Gr'estsche wöchentlich - gemeinnützige Anzeigen wenigstens dich Philosophen öffentlich die Sprache der Reformirten redeten. (§. ZL.)
Drittens eröfnet der Hr. Verf seine eigne Meynung von dem Briefe M Königs an den Herrn Maupertlsts Seine Vermuthung ist diese. Der Hochwürdige Herr Prof. Dr. Müller hat in seiner tnrrnäE. in Theol. revel. welche noch unter der Presse ist, bewiesen, daß der Königliche Welt- weise in dem'berühmten Briefe an den FeldMcrrschall ^xcith nicht alle Strafen uach dem Tode leugne, sondern nur solche, welche nicht die wahre Religion drohet, sondern ein träumender Aberglaube erdacht hak. Eben so, glaubt der Herr Verfasser, geißelte die Satire des Königs, in dem Briefe an den Mauperems, die phanatischen TrairMe, und die falschen Vorstellungen, welche bisweilen über die Vorsehung der Gottheit geaus- sett würden. Wann dis seine Richtigkeit hat: so können sich die Bewunderer des grösten Königs beruhigen ; so war das Mißvergnügen unge- gründet, welches die Vernünftigen empfinden musten, weil sie bey dem erleuchteten und erhabensten Monarchen Begriffe zu finden glaubten, die nicht würdig waren, auf seine Rechnung geschrieben zu werden. Der Herr Verfasser beweißt die Richtigkeitseiiier Erklärung theils aus andern Stellen, in welchen der König seinen Urtheilen, die er in dem geaenwärti- gen Briefe führt, offenbar widersprechen würde , welches von^einem so grosen Weltweisen nicht zu vermuthen ist; theils aus dem vorhabenden Briefe ftlbsten. (§. ^6. 57.) Wir würden zu weitläuftig werden, wenn wir alle Stellen anführen sollten, die der Herr Verfasser gebraucht hat, um seine Muthmasung zu unterstützen.
Endlich vertheidigt noch der Herr Mrf. seist Urtheik, das er über diesen höchstmerkwürdigen Brief des Königs gefallt hat. Man konte ihm einwerfen: Eure Erklärung ist sehr schön ! Sie macht dem König und eurem Verstände gleich viel Ehre I Auch eure Gründe, womit ihr sie unterstützt habt, sind überaus wahrscheinlich ! Aber nun leset die Aufschrift des vertheidigten Briefes! Behauptet hier der König nicht ganz trocken weg:
La providence ne s’inrerefTe point ä l’individu, mais ä 1‘efpece? Widerlegt er also nicht selber die Vertherdrgung, die ihr für ihn gemacht habt?
Nein! sagt der Herr Verf. Ich weiß zwar, daß dieser Einwurf sehr diel Schein hat Die Kunstrichter der neuesten Litteratur haben deswegen die Aufschrift entweder völlig verwerfen, oder wenigstens verbessern wollen. Aber das hat man nicht nöthig. Der Weltweise von Sans - souci ist bekanntlich


