M,t Hochfärftl. Hessen LannMvll'schcr guaoi.,sicr Eeiaubniff.
Gicsscr Wochcuklakk.
AchtZehkNtts Stück.
Dienstags den 29. April 1777»
Eine Anekdote von Gellert/ die seinen Freunden gefallen wird.
@eUerk, über dessen Tod die Erde geweint, und der Himmel sied ge» freut bat, liegt, wie bekannt ist, auf Vern Johannis K'-rckdofe in bet Vorstadt von Leipzig begraben, an der Seite seines Bruders, des PostcommifsairS, und ein Leichenstein, auf welchem nichts mehr als rbre Namen, Älter, und der Tag ü reS Todes sicht, bedeckt ihr Grab. o> n yDrjnen Frühling kommt em Reisender ;u Dem Küster an der JbhaiiÄ m« Küche, Dem Änschn nach eine fürstliche Perlon, weil er «men Stern aut der Brust, und zrvey reich palcnitte Bedienten hinter sich gehabt, und fdat, oafj er aus Wien scy, und Gellerts Grab zu sehen verlange. Lek Küster schlicht ihm Den Kirchhof auf, und zeigt ihm das Grab. Der « rsend" bl ibt einige Minuten in tiefen Gedanken, und nut auf da- firab gehefteten B.cken vor demselben stehen Darauf wirst er sich auf dasselbe nieder, umfasset den Leichenstein, und ruft auS: Ich Habs ge, funden, dein Grab, theurer Gellet l ich Habs gesundenf Hier ruhst ou alm, unD ich schwebe über Deiner Asche» Tausend Dank für Die Lehrest her Weisheit und Tugend, Die Du mir gabst! Du hast mich auf Den Weg hCr Gluck,eligk'it gebracht, und hurch Deine Schriften meinen Geist unv wem Hu gebildet. - Und so Darret ihm eine Lobrede mit einer Begei- Iterunq, oabep ihm Die Tnranen üoet das Gesicht fließen Als er sich wie 0 er auf richtet, greift er zu, rauft einen Rasen mit Der Erde, bev dem t'tKbenft in aus, wickelt ihn in feip Schnupftuch, unD sagt: das will ich nut nach Wien nehmen, und es wird mir heiliget als albüteliqmerifepn, W* l es Erde vv" Gellerts Grabe ist. Er erzählt, daß Geller! m W'est Mistnb Leser und Liebhaber habe, und daß Der Kaiser selbst seine Schuf-


