Giesser Wochenblatt.
Fünf und zwanzigstes Stuck
Dienstags den 17. Jun. 1777*
Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädlischer gnädigster Erlaubniß.
Nachricht.
Vandenhökische Buchhandlung in Güttingen will ein vom Hrn.
) Superintendent Frank mit großer Mühe und vieljähngem Fleiße c^/ ausgearbeitetes neues System der Chronologie, wovon diePrälu« ston schon im Jahre 1774 in Göttingen ans Licht getreten, drucken lassen. Das Werk soll ganz neu und in seiner Art das erste und einzige seyn, sich auf die heilige Schrift gründen, und selbst ein neues unwidersprcchliches Zeugniß ihrer Wahrheit und Göttlichkeit geben. Es ist in der Chronoio- gie der bekannte Cykel von 7 mal 7 Jahren, den Moses dem Israelitischen Volke zur Sabbaths- und Jubeljahrfeyer vorschrieb, zum Grunde gelegt. Von diesem merkt der Verfasser an, daß er durch fleißiges Nachforschen entdeckt habe, daß derselbe der vollkommenste tropische Epaktencykel sey, durch dessen Hülfe die Unterscheidungszeit zwischen dem Mond - und Son- ticnjabre, und vermöge dieser die wahren Neumonde für alle Jahre genau bestimmt werden können; imgleichen, daß durch eine Periode von solchen Enkeln, die Jahre, Monate, Wochen und Tage für alle Zeiten astrono- misch richtig bestimmt werden können. Erzeigt, wenn eine solche Periode, welche er Jobelperiode nennt, nach unferm Kalender müsse angefangen werden, vergleicht selbige mit der Julianischen, und zeigt jener ihren Vorzug. Die biblische historische Chronologie sucht er durch ihr eigenes Licht, die Jobelperiode, die aus der Bibel genommen, so zu erleuchten, daß niemand, der das Werk aufmerksam liest, noch zweifeln wird, daß die Geschichte der heil. Schrift nach der vollkommensten Chronologie abgefast, und eben diese biblische Chronologie der Grund aller andern Zeitrechnungen sey; daher er es auch eine Fundamentalchronologie nennt.
DaS ganze Werk besteht aus zwey Theilen. Der erste ist technisch oder theoretisch, und enthalt in $ Kapiteln die Grundsätze der Jobrlchrono-
Bb logie


