Giesser Wochenblatt.
Drey unb Dreißigstes Stück.
Dienstags den 12. August i?77.
Mit Hochfürsil. Hessen Darmstädtischcr gnädig,lcr Lrlaubnift.
Litterarische Nachricht.
^Yleine Freunde wünschen mein neuestes musikalisches Drama: Abra- y)l| ham auf Moria, im Clavierauszug, nach Art des Tod Abels, Vv V und der Gewalt der Musik zu besitzen. Ob es das Publikum auch wünscht, muß ich mit der Anlwott auf gegenwärtige Anfrage erwarten. Die Geschichte des Drama ist aus 1 Mose -r bekannt. Di- Poesie ist vom Herrn Niemeyer/ dem Verfasser der Charakteristik der Bibel. Wie fern sich von einem so vortrefiichen Text in Absicht der Musik etwas erwarten lasse, kann das Publikum selbst beurcheilemHier nur so viel!
Ich kenne wenig Geschichte, bei) denen ich so viel empfunden hätte. Das Schauerliche in der Idee - ein Vater, der seinen Sohn - den Ein« riaen- mit eigner Hand opfern soll - schwebte mir von der ersten Note, d«e ich schrieb, bis zur letzten vor , und ich habe diese Empfindung in die Musik überzutragen gesucht. Der Dichter giebt mir das Zeugniß, seine Empfindung völlig erreicht zu haben- Er hat eß öffentlich im FebruardeS deutschen Museums gsthan. Von dem Eindruck des Stücks auf die Zuhörer bin ich , und sind Freunde, Die nicht zu schmeicheln gewohnt sind, Zeugen , und haben sich zum Theil im deutschen Merkur, MonatFebruar darüber geäußert. Dies und Die gute Aufnahme meiner vorigen Arbeiten bestimmt mick also, Den Clavierauszug eben so vollständig , als bey meinen andern Stücken drucken zu lassen. Und da ich wieder Den Weg der Sudserchkion wähle, so wende ich mich an alle Freunde und Freundinnen der Singcomposition, mit der Bitte, die Mühe über sich zu nehmen, anih- ren Orten Die Subscriptwn zu befördern, und mir Die Namen der Sub- scribenten im Aug. zuzuschicken, Damit sie vorgedruckt werden, und die Auflage darnach eingerichtet werden könne.
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