Einzelbild herunterladen

Giesser Wochcuklatt.

Drey und zivanzigstes Stuck.

Dienstags den z. Jun. 1777.

Mlt Hochfürstl. Hessen Darmstadtischcr gnädigster Erlnubniß.

rTlachricht.

die erste Austage von meinem Siegwart bereits vergriffen ist, so ) will die Weygandische Buchhandlung, als rechtmäßige Verlagsbe- sizerinn, eine neue veranstalten.- Der Beyfall, den mein Buch an so vielen Orten Deutschlands fand, füllte mein -Herz mit der dankbarsten Empfindung. Um zu zeigen, daß ich mich dieses Beyfalls immer mehr werth zu machen suchen, werde ich mich bemühen, dieser neuen Auflage durch die möglichsten Verbesserungen nicht geringe Vorzüge vor der Ersten zu geben. Ich werbe die Interpunktion verbessern, manchem Perioden mehr Wohl­klang und einen bessern Tonfall geben, verschiedene überflüßige oder zu weit­schweifige Stellen ganz wegstreichen, auch zuweilen kleine Zusätze machen, ' poch so, daß bas Buch gewiß mehr abgekürzt, als vergrößert wird. Be­sonders werde ich manchen Verstoß gegen das Klosierkostume- das ein Pro­testant freylich nicht genug kennt, und kennen kann - heben; und hiezu wer­den mir ein paar, der Sache kundige Männer, sreundschaftlich die Hand bieten. Die Verlagshanblung will auch alles thun, um diese zwote Auf- * läge weit über die erste zu heben und dadurch den dreyfachen unrechtmäßi­gen Nachdruck von Siegwart desto unbrauchbarer zu machen. Das Buch soll, mehrerer Bequemlichkeit wegen, in drey gleich starken Theilen erschei, nen. Zu jedem Theil wird Chodowiecki, ohnstreitig der erste Meister seiner Kunst in Deutschland, zwo Hauptscenen in 8. zeichnen, und Geyser sic stechen. Damit aber der Preis des Buchs nicht zu hoch werde, so soll e< enger, aber doch niedlich , korrekt und auf schönes Schreibpapier, abge­druckt und um einen billigen Preis gegeben werden. Alle drey Theilesollea spätestens nächste Johannis, und zwar zugleich erscheinen.

I. M- Miller.

Z Mit