Giesser Wochenölatf.
Ein und zwanzigstes Stuck.
Dienstags den ri. May 177^
Mir Hochfurstl. Hesse« Darmstadkischer gnädigster Erlaubuiv,
Der M vermuthende Gommer-witeerrmgslauf vom iten AprK bis den r?. Gcpc° des -776tett"Iahres. * *)
OjQßfeme es möglich gemacht werden könnte, mit völliger Gewißheit be- stimmen zu können, was für ein halbjähriger Sommer - Witre- rungölauf zu vermuchm wäre, so könnte niemalen ein Miswachs, tum wenigsten nicht ganze Länder auf einmal betreffen, denn alsdenn könn-, te man von den vier Hauptsätzen bey der Sommersaat, ob nämlich ^frühe , oder 2) späte gesäet werden müßte, ferner ob man die Saat $) unters pflügen müßte, oder 4) obenauf säen, und so eineggen sollte, das richtigste erwählen, weil darauf mehrentheils alles beruht.
Da ober nichts ganz vollkommen ist, so muß man sich mit dem begnü, gen, was einigermaßen gut ist, und das ist waö ich dem geehrtesten Pubuk- mittelst dieses vorzutragen gewillet bin.
Der Aprilmonat wird nach den Grundsätzen der Mitterungslehre, welche eine dreyßigjährige Erfahrung bestätiget hat, dieses Jahr vorzüglich zum trocknen Wetter geneigt seyn, eine gar zu herbe Kälte wird nicht regieren, es steht also einem jeden anzurathen, daß er mit den Saaten eilet, Vie in diesem Monat gesäet werden müssen: alle Arten müssen erst ge'det vnv denn untergepflügt werden: wo sandige Felder sind, muß die Walze wohl gebraucht werden, damit die Wmterfeuchtigkeik im Lande erhalte«
T werde,
*) Obgleich feie Vermuthung feer bevorstehenden Witterung sehr ungewiß ist: So ist dennoch gegenwärtige Nachricht den geneigten Lesern vorgelegt, da solche aus Grundsätzen geschlossen seyn soll, die eine dreyßigjährige Erfahrung be, statiget. Der Erfolg muß jeigen. ob diese Grundsätze zuverläßig sind, da denn der Herr Verfasser solche feem. Publiko mitjurhelien hoffentlich geneigt seyn wird. 2L d, 43.


